Denkmaldatenbank

Kleisthaus

Obj.-Dok.-Nr. 09080282
Bezirk Mitte
Ortsteil Mitte
Adressen Mauerstraße 53
Denkmalart Baudenkmal
Sachbegriff Bankhaus
Entwurf 1912
Datierung 1912-1913
Entwurf Ebhardt, Bodo (Architekt)
Ausführung Kolbe, Georg (Bildhauer)
Ausführung Held und Francke AG (Baufirma)
Bauherr Bankhaus von der Heydt und Co.

Das Bankhaus von der Heydt & Co., Mauerstraße 53, wurde 1912-13 von Bodo Ebhardt errichtet. (1) Das nach Heinrich von Kleist, der an diesem Ort in der Friedrichstadt gewohnt hat, benannte Kleisthaus erhält seine monumentale Wirkung durch den giebelbekrönten Mittelrisalit, der von flachen ionischen Kolossalpilastern betont wird. Über einer kräftigen Rustikazone erheben sich drei mit Muschelkalk verkleidete Geschosse. Die glatte Wandfläche wird durch versprengte, rustizierte oder mit figürlichem Schmuck versehene Steine aufgelockert. Der bildhauerische Schmuck der Fassade, eine Reliefplatte mit dem Profil des Dichters und der Darstellung einer Amazone stammt von Georg Kolbe.

Ursprünglich war das Kleisthaus zwischen seinen Nachbarn um einige Meter hinter die Baufluchtlinie zurückgesetzt, so dass sich eine kleine Erweiterung der engen Straße ergab. Diese Wirkung ist heute nicht mehr erlebbar, da die Nachbarbauten fehlen und der nördlich anschließende, 1940 fertig gestellte Erweiterungstrakt des Ministeriums für Volksaufklärung und Propaganda noch weiter hinter die Baufluchtlinie zurückgesetzt wurde. Die Architekten des Propagandaministeriums wandten damit einen Kunstgriff an, den Bodo Ebhardt am Kleisthaus in kleinem Maßstab bereits vorgemacht hatte.

Nach dem Umbau 1997-2000 (Architekt Josef Paul Kleihues), bei dem der Hof erdgeschossig überbaut und um eine Fensterachse verkürzt wurde, ist das Gebäude in das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung integriert.


(1) Vgl. BusB IX, S. 244.

Literatur:

  • BusB IX 1971 / Seite 244
  • Bau- und Kunstdenkmale Berlin I, Berlin 1983 / Seite 231
  • Haberlandt 23 (1913) / Seite 1/1913, Rubrik: im Rohbau fertig
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 358

Kontakt

Juliane Stamm
Landesdenkmalamt Berlin
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