Denkmaldatenbank
Wohn- und Geschäftshaus Kaiserdamm 97 Riehlstraße 1
| 09097903 | |
| Bezirk | Charlottenburg-Wilmersdorf |
| Ortsteil | Charlottenburg |
| Adressen | Kaiserdamm 97 Riehlstraße 1 |
| Denkmalart | Baudenkmal |
| Sachbegriff | Wohn- und Geschäftshaus |
| Datierung | 1991-1993 |
| Entwurf | Sawade, Jürgen (Architekt) |
| Bauherr | Charlottenburger Baugenossenschaft eG (Baugenossenschaft) |
Das Wohn- und Geschäftshaus Kaiserdamm 97/Riehlstraße 1, wurde 1991-1993 nach einem Entwurf von Jürgen Sawade (Projektleitung: Knut Niederstadt) als geförderter Wohnungsbau für die Charlottenburger Baugenossenschaft eG errichtet. Es schließt eine städtebauliche Lücke, die durch Kriegsschäden und den Abriss des Wohnhauses Kaiserdamm 96 für den Bau der Stadtautobahn A100 entstanden war. Das Grundstück lag jahrzehntelang brach und war im Baulückenkatalog des Bezirksamts Charlottenburg von 1981 als Stadtreparaturmaßnahme ausgewiesen. Das Projekt, ursprünglich für ein privatwirtschaftliches Wohnungsbauunternehmen entwickelt, wurde nach Vollendung des Entwurfs 1984 in Eigenregie Sawades weiterverfolgt und in einem langwierigen Prozess, der die Suche nach einer neuen Bauherrenschaft umfasste, schließlich bis 1993 realisiert.
Der sieben- bis achtgeschossige, L-förmige Baukörper komplettiert die Blockrandkanten zum Kaiserdamm sowie zur Bundesautobahn und fungiert zugleich als Lärmschutz für die gegenüberliegenden Altbauten an der Riehlstraße. Charakteristisch ist die Dreiteilung des Gebäudes: Zum Kaiserdamm wird eine symmetrische Fensterbandfassade aus grauen Aluminiumblechelementen mit gläsernem Treppenhauserker ausgebildet - gemäß Sawade "großstädtisch" in Ausdruck und Materialität. Zur Autobahn wird, über einem mit gelben Akustikziegeln verkleideten Sockelgeschoss, eine vollverglaste Laubengangfassade mit schallisolierender Verglasung ausgebildet, die durch ihre Spiegelwirkung mit der umliegenden Gründerzeitbebauung interagiert. Nach Osten fasst eine rational gegliederte Lochfassade in weißem Putz mit gleichförmigen, quadratischen Fenstern und Wintergärten, den geschützten, zur Riehlstraße geöffneten Wohnhof. Die 48 Zwei-Zimmer-Wohnungen liegen einhüftig zum Hof, der gläserne Erschließungsgang zur Autobahn dient hierbei als Lärmpuffer. Zu den weiteren baulichen Herausforderungen des Grundstücks gehören das Brückenwiderlager der Kaiserdammbrücke und einer unterirdische Trafostation, welche in die Tiefgaragenkonstruktion integriert sind.
Literatur:
- Berliner Baubuch. Dienstnachschlagewerk der Verwaltungsbehörden, Handbuch der Architekten, Bau- u. Handwerksbetriebe, Haus- u. Grundstücksverwaltung, 22. Auflage, Berlin 1983 / Seite .
- Nawrocki, Joachim: Schmierige Geschäfte. Gerichte und Parlament tun sich schwer, den Bauskandal aufzuklären, in: Zeit Nr. 18, 1088 vom 29.04.1988 / Seite .
- Schäche, Wolfgang (Hrsg.): Jürgen Sawade. Bauten und Projekte 1970-1995, Berlin 1997 / Seite .
- N.N.: Vor 25 Jahren berichteten wir über die Zukunft von Baulücken in der Stad, in: Tagesspiegel vom 09.07.1981 / Seite .
Kontakt
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