Denkmaldatenbank
Wohn- und Atelierhaus
| 09097902 | |
| Bezirk | Mitte |
| Ortsteil | Mitte |
| Adressen | Wallstraße 88A, 89, 90 |
| Denkmalart | Gesamtanlage |
| Sachbegriff | Wohnhaus & Atelier |
| Datierung | 1982-1984 |
| Entwurf | Limberg, Michael (Architekt) |
| Bauherr | Ministerium für Außenwirtschaft der DDR |
| Ausführung | VEB Stadtgrün Berlin |
Das Wohn- und Atelierhaus in der Wallstraße 88A-90 wurde 1982-84 nach einem Entwurf von Michael Limberg und seinem Kollektiv aus der Abteilung 'Muster- und Experimentalprojekt' der Bauakademie der DDR am Spreekanal errichtet. Auftraggeber war das Ministerium für Außenhandel, das hier Wohnungen für Beschäftigte des Bereichs 'Kommerzielle Koordinierung' (KoKo) mit zugehörigem Casino, Zivilschutzräumen und einem Friseur- und Kosmetiksalon errichten ließ. Im Kopfbau in der Wallstraße 90 bezogen Walter Womacka und seine Frau Hanni Womacka ein zweigeschossiges Wohnatelier, zu dem auch ein eigener Ausstellungsraum für den Künstler gehörte.
Das Gebäude schließt mit fünf Geschossen an eine Reihe von Wohnbauten aus dem frühen 19. Jahrhundert an und bildet mit einem sechsgeschossigen Kopfbau an der Grünstraßenbrücke einen stadträumlich wirkungsvollen Akzent, der auf Fernwirkung bis zum Spittelmarkt konzipiert wurde.
In unmittelbarer Nachbarschaft zu den Hochhäusern auf der gegenüberliegenden Seite des Kanals zeigt sich deutlich der Paradigmenwechsel in Städtebau und Architektur, der sich in den 1980er Jahren in Ost-Berlin und der DDR durchzusetzen begann. Mit dem Erhalt und der Sanierung historischer Bauten wurden Baulücken geschlossen und Wert auf eine architektonische Beziehung zwischen dem Bestand und den Neubauten gelegt. Zusammen mit dem Haus in der Wallstraße 88a-90 wurde eine öffentliche Uferpromenade am Spreekanal angelegt.
Bedingt durch zahlreiche Herausforderungen, die sich aus dem Baugrundstück und der Nachbarbebauung ergaben, wurde das Gebäude nicht aus Fertigteilen montiert, sondern in handwerklicher Bauweise ausgeführt. Daraus ergaben sich im Entwurf und in der Ausführung zahlreichen Freiheiten. Das Haus wurde an die Krümmung der der Wallstraße angepasst und in drei Bauabschnitte geteilt. Die zum Kanal weisende Front wurde durch Einschnitte und Vorsprünge nach malerischen Vorbildern historischer Uferbebauungen unregelmäßig gegliedert. Das Erscheinungsbild wird durch differenzierte Gebäudehöhen und Gebäudetiefen, ein prägnantes Dach mit Gauben, variantenreich ausgeführte Erkergruppen und Fensterformate sowie eine kontrastreiche Farbgebung mit dunkelbraunem Sockel und Fenstern, ockergelber Fassade, weißen Gesimsen und hellen Fensterfaschen geprägt.
Literatur:
- Brendgens, Guido; König, Norbert: Berlin Architektur. Architekturführer, Berlin 2003 / Seite .
- Bauakademie der DDR (Hg.): Projektiert. Gebaut. Genutzt. Bauakademie der DDR, Muster- und Experimentalbau, Berlin 1987 / Seite .
- Bauakademie der DDR (Hg.): Bauakademie der DDR der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1983 / Seite .
- Bauakademie der DDR (Hg.): Bauakademie der DDR der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1988 / Seite .
- Bund der Architekten der DDR, Bezirksgruppe Berlin (Hg.): Berliner Architektenblätter (BABl), 4, 1985 / Seite 1
- Limberg, Michael; Schmidt, Norbert: Wohngebäude in Berlin-Mitte, Wallstraße 88a bis 90; in: Architektur der DDR, 7, 1985 / Seite .
- Schulz, Joachim; Gräbner, Werner: Berlin. Architektur von Pankow bis Köpenick, Berlin 1987
Kontakt
Juliane Stamm
Landesdenkmalamt Berlin
Redaktion Denkmalinformationssystem
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- E-Mail juliane.stamm@lda.berlin.de
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