Denkmaldatenbank
Kinderhaus Dresdener Straße
| 09097896 | |
| Bezirk | Friedrichshain-Kreuzberg |
| Ortsteil | Kreuzberg |
| Adressen | Dresdener Straße 128 |
| Denkmalart | Gesamtanlage |
| Sachbegriff | Parkhaus & Kindertagesstätte |
| Datierung | 1974 |
| Umbau | 1986-1988 |
| Entwurf | Jokisch, Wolfgang & Uhl, Johannes (Architekt) |
| Entwurf | Frowein, Dieter & Spangenberg, Gerhard (Architekt) |
| Bauherr | Bezirksamt Kreuzberg, Abt. Jugend und Sport |
Das "Kinderhaus" in der Dresdener Straße 128 wurde ursprünglich 1974 als eines von zwei Parkhäusern des "Neuen Kreuzberger Zentrum" und als 'Puffer' zur geplanten Südtangente der Stadtautobahn errichtet. Im Kontext der Internationalen Bauausstellung (IBA) 1984/87 wurde das wenig genutzte Parkhaus 1986-88 durch Dieter Frowein und Gerhard Spangenberg zu einer Kindertagesstätte umgebaut.
Der Bedarf an Stellplätzen war durch die Planer der großen Wohnanlage überschätzt worden und ohne die Umsetzung der benachbarten Stadtautobahn teilweise obsolet, so dass das Parkhaus in der zur Sackgasse gewordenen Dresdener Straße zunehmend verwahrloste. Ein geplanter Abriss wurde auf Vorschlag der IBA zurückgenommen. Diese wollte die Forderung des Bestandserhalts nicht nur auf die gründerzeitlichen Bauten, sondern unter der Prämisse von Umbau und Umnutzung auch auf jüngere Bauten angewendet wissen. Die Umnutzung des Parkhauses zu einer Kindertagesstätte versprach im Hinblick auf die Schonung und Nutzung vorhandener Ressourcen ökonomisch und ökologisch sinnvoll zu sein und konnte zugleich als symbolkräftiges Beispiel für die Aneignung und Anverwandlung problematisch empfundener Bauten und Räume dienen.
Durch die Einbeziehung der vom Parkhaus vorgegebenen Grundstruktur entstand eine Kindertagesstätte, in der die zueinander versetzten Ebenen und die Erschließungsrampen im und neben dem neuen Atrium räumliche und funktionale Qualitäten gewinnen. Die außenliegende Rampenerschließung im Rücksprung des früheren Parkhauses, der zweischalige Aufbau der Fassade mit einem bepflanzbaren Sockel, einer Backsteinverkleidung und einem Rankgerüst sowie das über dem Dachgarten aufsteigende Glashaus setzten Zeichen des Neuaufbruchs in der bis dahin als vernachlässigt wahrgenommenen Nachbarschaft.
Die unteren Geschosse blieben nicht zuletzt wegen einer langfristigen Verpachtung als Parkhaus erhalten, waren aber auch als multifunktionaler Raum zur Aneignung gedacht.
Literatur:
- Bauausstellung Berlin GmbH (Hg.): Projekte Luisenstadt, SO 36, Berlin 1982 / Seite .
- ARCH+, 66, 1982 / Seite .
- Bauausstellung Berlin GmbH (Hg): Kita Dresdener Straße. Ein Parkhaus wird zum Kinderhaus, Berlin 1983 / Seite .
- Senator für Bau und Wohnungswesen (Hg.): Idee, Prozess, Ergebnis. Die Reparatur und Rekonstruktion der Stadt, Berlin 1984 / Seite .
- Bauausstellung Berlin GmbH (Hg.): Leitfaden. Projekte, Daten, Geschichte. Berichtsjahr 1984, Berlin 1984 / Seite .
- Bauausstellung Berlin GmbH (Hg): Bauen und Wohnen in alter Umgebung. Wohnen in der Innenstadt, Berlin 1984 / Seite .
- Bauausstellung Berlin GmbH (Hg): Internationale Bauausstellung Berlin 1987, Projektübersicht, Berlin 1987 / Seite .
- STERN Gmbh (Hg.): Räume für Kinder. Kindertagesstätten in der Stadterneuerung durch Umnutzung und Neubau. 26 Projekte in der Luisenstadt und im Strategiegebiet Kreuzberg SO 36, Berlin1987 / Seite .
- Bauwelt, 46, 1988 / Seite .
- Nalbach, Gernot; Nalbach, Johanne (Hg.): Berlin. Modern Architecture, Berlin 1989 / Seite .
- Sack, Manfred (Hg.): Stadt im Kopf. Hardt-Waltherr Hämer, Berlin 2002 / Seite .
Kontakt
Juliane Stamm
Landesdenkmalamt Berlin
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