Denkmaldatenbank

Oberstufen-Schulzentrum Wedding

Obj.-Dok.-Nr. 09097890
Bezirk Mitte
Ortsteil Gesundbrunnen
Adressen Putbusser Straße 12

Swinemünder Straße
Denkmalart Gesamtanlage
Sachbegriff Schule & Bibliothek & Turnhalle
Datierung 1974-1976
Entwurf Pysall, Hans-Joachim & Jensen, Peter & Stahrenberg, Peter (Architekt)
Bauherr Bezirksamt Wedding

Zwischen der Putbusser und Swinemünder Straße setzt das Oberstufen-Schulzentrum Wedding mit seiner orangen Fassade einen markanten Akzent zwischen den von Bäumen gesäumten Straßen. Der von 1974-76 nach einem Entwurf der Architekten Hans-Joachim Pysall, Uwe Jensen und Peter Stahrenberg erbaute zweigeschossige Baukomplex besteht aus dem Schulbau, einer Bibliothek und einer Sporthalle.

Das vormals dicht bebaute und teils kriegszerstörte Brunnenviertel wurde ab 1963 zum zentralen Austragungsort und Erprobungsfeld des 1963 begonnenen "Ersten Stadterneuerungsprogramms". Das beidseitig erschlossene Schulgebäude liegt mit dem Schulbau und der auch für den Stadtteil mitgedachten Bibliothek an der zur Fußgängerpromenade umgestalteten Swinemünder Straße, während der rückwärtige Bereich an der Putbusser Straße Schulhof, Sporthalle und Sportplatz aufnimmt.

Die Reform der gymnasialen Oberstufe zu einem Kurssystem erzeugte neben der wachsenden Schülerzahlen auch neue räumliche Bedürfnisse. Neben üblichen Klassenräumen waren vermehrt Fach- und Übungsräume, sowie zusätzliche Bewegungs- und Kommunikationsflächen bei neuen Schulbauten vorgesehen. Der Entwurf setzt diese Anforderungen mustergültig um und wurde bei Erbauung als Wegmarke im Schulbau begriffen. Die Räume sind beidseitig entlang einer doppelstöckigen "Schulstraße" angeordnet, die sich zur Aula öffnet und im Obergeschoss eine Galerie bildet. Bereits beim Bezug des Gebäudes kam es zu einer Nutzungsänderung. Ursprünglich nur für die Oberstufe geplant, bezog nun auch die Mittelstufe die Schule.

Durch die Verwendung orangener Sandwichpaneele wurde das ästhetische Potential industriell vorgefertigter Baustoffe genutzt und gleichzeitig ein wirksamer Farbkontrast mit dem Grün der Bepflanzung hergestellt, aber auch ein symbolischer Akzent im damals noch von Altbau, Abbruch und Neubau geprägten Umfeld geschaffen. Die Ausführung ist von großer Sorgfalt, Fugen und Übergänge zwischen den Bauteilen sind ästhetisch berücksichtigt und klar gegliedert. Das Motiv der abgerundeten Ecken der einzelnen Baukörper wird auch bei den Fensterrahmen, den Elementen aus Ortbeton, den Treppentürmen und Zugangstreppen wiederholt. Insgesamt entsteht so ein Bauwerk von großer Anziehungskraft, das ästhetische Ideale der Bauzeit in verdichteter Form veranschaulicht. Dazu tragen auch die überlieferte Ausstattung und das graphische Leitsystem bei.

Literatur:

  • Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin (Hg.): Berlin und seine Bauten (BusB), Teil V, Band C. Schulen, Berlin 1991 / Seite 264f., 437
  • Bauwelt, 9, 1971 / Seite 374-377
  • Bauwelt, 35, 1978 / Seite 1265-1267
  • Kreidt, Hermann; Pohl, Wolfgang; Hegger, Manfred: Schulbau. Bd. 1, Sekundarstufe I und II, München 1974 / Seite 31-33, 34f.
  • Rave/ Knöfel: Bauen der 70er Jahre in Berlin, 1981, Nr. 408.16 / Seite .
  • Schmidt, Andreas: Vom steinernen Berlin zum Freilichtmuseum der Stadterneuerung. Die Geschichte des größten innerstädtischen Sanierungsgebietes der Bundesrepublik: Wedding-Brunnenstraße 1963-1989/95, Hamburg 2008 / Seite .
  • Senatsverwaltung für Kultur und Europa (Hrsg.): Pressemitteilung Schulzentrum in Wedding unter Denkmalschutz, 01.11.2019

Kontakt

Juliane Stamm
Landesdenkmalamt Berlin
Redaktion Denkmalinformationssystem

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