Denkmaldatenbank
Wohn- und Geschäftshaus Lützowplatz 3
| 09097879 | |
| Bezirk | Mitte |
| Ortsteil | Tiergarten |
| Adressen | Lützowplatz 3 |
| Denkmalart | Baudenkmal |
| Sachbegriff | Wohn- und Geschäftshaus |
| Datierung | 1988-1990 |
| Entwurf | Cook, Peter & Hawley, Christine (Architekt) |
Der stark kriegszerstörte Lützowplatz wurde in der Nachkriegszeit vorerst kaum wiederaufgebaut, die Verkehrsachsen jedoch autogerecht ausgebaut und der Platz als Grünfläche neu angelegt. Als Teil der Internationalen Bauausstellung (IBA) 1984/87 wurden im Sinne der 'Stadtreparatur' die rahmenden Kanten des Platzes wiederhergestellt. Im Süden entstand mit dem Hotel Berlin ein Baukörper, der nicht vom Platz, sondern von der Kurfürstenstraße aus erschlossen wurde. Die Westseite des Platzes wurde durch ein Wohnhaus von Oswald Mathias Ungers geschlossen (2013 abgerissen), die Ostseite wurde mit Wohn- und Geschäftshäusern von Peter Cook und Christine Hawley, Mario Botta sowie der Architektengemeinschaft Bangert, Jansen, Scholz und Schultes bebaut.
Mit dem 1988-90 erbauten Gebäude Lützowplatz 3 bot sich für die Architekten Peter Cook und Christine Hawley erstmals die Möglichkeit zur baulichen Umsetzung eines Entwurfes. Bis dahin hatten sie sich die britischen Planer vor allem durch aufsehenerregende Zeichnungen und Schriften hervorgetan.
Der Erschließungskern aus Treppenhaus und Aufzug teilt das Gebäude von Cook und Hawley in unterschiedlich große Hälften, die mit Segmentgiebeln abschließen. In das großzügig belichtete Treppenhaus wurden die Treppen mit einer Fuge zur Wand schräg eingestellt. Zum Lützowplatz ist die Fassade durch Wintergärten belebt. Die rückwärtige Hoffassade ist weitgehend streng gerastert, besitzt durch ein schräges Fallrohr und einzelne Abweichungen aus dem Raster jedoch ebenfalls ein 'unordnendes' Element. Besonderen Wert legten die Architekten auf die Grundrisse. Den strengen Vorgaben des sozialen Wohnungsbaus rangen sie möglichst großzügige Wohnungen ab. Durch die Wintergärten, zwei Maisonettewohnungen mit Galerien und Loggien sowie einer Dachgeschosswohnung mit Terrasse wurden die oft typisierten Grundrisse der Bauaufgabe vermieden. Zusätzlich belebte eine leichte Schrägstellungen von Wänden, Einbauelementen und Wintergärten die Grundrisse.
Literatur:
- Bauausstellung Berlin GmbH (Hg.): Erste Projekte. Die Neubaugebiete, Berlin 1981 / Seite .
- Bauausstellung Berlin GmbH (Hg.): Projektübersicht, Berlin 1987 / Seite .
- Cook: Peter: The Hawley Effect; in: Peter Cook, 1961-1989, Architecture and Urbanism, 12, 1989 / Seite .
- Hodges, Nicola; Trentham, Lucy (Hg.): Peter Cook. Six Conservations, London, Berlin 1993 / Seite .
- Cook, Peter: Wohnhaus Lützowplatz 3; in: Kleihues, Josef Paul (Hg.): Die Projekte, Stuttgart 1993 / Seite .
- Cook, Peter: Primer, London 1996 / Seite .
- Duwe, Paul F.: War die IBA "iba-flüssig"; in: Deutsche Bauzeitung, 4, 1987 / Seite .
- Jaeger, Falk: Lernen von der IBA; in: Baumeister, 12, 1989 / Seite .
- Lampugnani, Vittorio Magnago (Hg.): Modelle für eine Stadt, Berlin 1984 / Seite .
- o. A.: Wohnen in Baulücken; in: Baumeister, 5, 1987 / Seite .
- Peters, Paulhans: Die Grundrisse hinter den Fassaden; in: Baumeister, 5, 1987 / Seite .
- Rumpf, Peter: Rund um den Tiergarten; in: Senator für Bau- und Wohnungswesen (Hg.): Leitfaden - Projekte, Daten, Geschichte. Berlin, 1984 / Seite .
- Sadler, Simon: Archigram. Architecture without Architects, Cambridge 2005
Kontakt
Juliane Stamm
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