Denkmaldatenbank
Gropiushaus
| 09096042 | |
| Bezirk | Neukölln |
| Ortsteil | Gropiusstadt |
| Adressen | Fritz-Erler-Allee 110, 112, 114, 116 Lipschitzallee 41, 43, 45, 47, 49 Wildmeisterdamm |
| Denkmalart | Gesamtanlage |
| Sachbegriff | Wohnsiedlung & Wohnhochhaus & Pavillon & Parkhaus |
| Datierung | 1966-1974 |
| Entwurf | Gropius, Walter |
| Entwurf | The Architects Collaborative |
| Bauherr | Gehag |
Das Gropiushaus an der Fritz-Erler-Allee 110/116 ist ein prägnanter Bestandteil der 1962-75 entstandenen Gropiusstadt, die nach dem Falkenhagener Feld in Spandau und dem Märkischen Viertel in Reinickendorf die dritte große Stadterweiterung West-Berlins darstellte.
Für den städtebaulichen Entwurf wurde Walter Gropius gewonnen, der in den Vereinigten Staaten das Büro "The Architects Collaborative" (TAC) gegründet hatte und die Planungen mit diesem gemeinsam durchführte.
Die bedeutendsten Bausteine im Siedlungsgefüge waren dreizehn kreisförmige Gebäude, die sich in unterschiedliche Maße jeweils zu einer Seite öffneten. Sie waren der originäre, für die Gropiusstadt entwickelte Haustyp, der das Ideal gemeinschaftlichen Zusammenlebens funktional und sinnbildlich verkörpern konnte. Die als Hommage an die nah gelegene Hufeisensiedlung entwickelten Bauten bildeten die Zentren einzelner 'Nachbarschaften' und fungierten als ordnende und in ihrer Wiederholung verbindenden Elemente in und zwischen den Siedlungsbereichen.
Die Gesamtplanung der Gropiusstadt wurde sowohl in der Stellung, Höhe und Gestalt der Baukörper mehrfach verändert. Die Vielzahl niedriger Rundbauten wurde schließlich auf ein hohes rundes Bauwerk reduziert.
Das halbrunde Gropiushaus wurde 1972-74 errichtet und umfasst im Süden einen großen Gartenhof. Nördlich ist dem monumentalen Großbau ein Parkhaus mit zwei großen Spindelrampen und einem Milchpavillon vorgelagert. Durch die Mischung unterschiedlicher Wohnungstypen entstand eine Varianz auf allen Etagen, durch die der Kontakt zwischen Alleinlebenden und Familien gefördert wurde. Reine Nordwohnungen wurden nicht ausgeführt. Aussparungen im Außenradius des Bauwerks gliedern die Baumassen und ermöglichen die Belichtung der Erschließungskorridore. In den obersten beiden Geschossen sind Maisonettewohnungen untergebracht, die durch ihre abweichende Fassadengestalt den Abschluss des Bauwerkes bilden.
Literatur:
- Bandel, Hans; Machule, Dittmar: Die Gropiusstadt. Der städtebauliche Planungs- und Entscheidungsvorgang, Berlin 1974 / Seite .
- Brinkkötter, Jan Hendrik: Eine (Halb-)Runde Sache? Zum Denkmalwert der städtebaulichen Mitte von Gropius und The Architects Collaborative in der Berliner Gropiusstadt, Berlin 2013 / Seite .
- Gerhard Fehl: Die Legende vom Stadtbaukünstler - Stadtgestalt und Planungsprozess in der Gropiusstadt in Berlin. In: Stadtbauwelt 36 (1979) / Seite 276
- Harkness, John C. (Hrsg.): The Walter Gropius Archive, Volume 4: 1945-1969. The Work of The Architects Collaborative, New York/London 1991 / Seite 250-351
- Machule, Dittmar: Liste der Mehrfamilienhäuser 1945-1972, in: Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin (Hrsg.): Berlin und seine Bauten, Teil IV "Wohnungsbau", Band B, Berlin 1974 / Seite 771-774
- o.V.: Demokratisches Wohnen? Ausschnitte aus Diskussionen und Vorträgen auf einer Tagung der Evangelischen Akademie Berlin, November 1961, in: Bauwelt 1/1962 / Seite 7-22
- Probst, Hartmut (Hrsg.): Walter Gropius, 3 Bände, Berlin (Ost) 1986/87
Kontakt
Juliane Stamm
Landesdenkmalamt Berlin
Redaktion Denkmalinformationssystem
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