Denkmaldatenbank

Palmkernöl- und Schwefelkohlenstoff-Fabrik Rengert und W.

Obj.-Dok.-Nr. 09095026
Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil Friedrichshain
Adressen Am Speicher 11, 13, 15
Denkmalart Baudenkmal
Sachbegriff Fabrik & Speicher
Datierung 1883-1885
Entwurf & Ausführung Biebendt, Albert (Architekt)
Bauherr Rengert, P. (Kaufmann)

Weiter östlich an der Rummelsburger Bucht liegt auf dem Grundstück Bahrfeldtstraße 27 die ehemalige Palmkernöl- und Schwefelkohlenstoffabrik Rengert und Co. Die Fabrik wurde 1881 "zur Gewinnung von Pflanzenöl aus Palmkernen und anderen ölhaltigen Samen und Früchten" errichtet. (1) Die Verbindung von Palmkernöl- und Schwefelkohlenstoff-Herstellung war zweckmäßig, weil für die Ausscheidung des Öls Schwefelkohlenstoff gebraucht wurde. Dieser wurde aber auch für den Handel hergestellt.

Von der ursprünglich sehr umfangreichen Anlage hat sich das sechsgeschossige Speichergebäude von 1881 erhalten. Es ist einer der ältesten und imposantesten der erhaltenen Stralauer Fabrikbauten und ein typischer Repräsentant des gründerzeitlichen Industriebaus. Alle vier Seiten des roten Verblendziegelbaus sind als Schauseiten ausgebildet. Mit seiner Gliederung durch Stockwerkgesimse in unterschiedlichen Formen und durch Pilaster, die ihn plastisch akzentuieren, sowie durch Zwerchgiebel an den beiden Hauptfassaden ist der Speicher auffallend repräsentativ gestaltet.

Typisch für den Speicher ist die niedrige Geschoßhöhe, ebenso seine Konstruktion: Im Innern wird der Bau durch zwei Reihen durchlaufender Stahlstützen getragen, sie sind innen hohl und dienten (bis zur Stillegung der Fabrik, die bis 1989 als Mühle genutzt wurde) als Rohrleitungen. Erhalten hat sich die schmiedeeiserne Treppe aus der Entstehungszeit, ebenso ein Walzenstuhl aus den zwanziger Jahren.

Mit seiner weithin sichtbaren Lage unmittelbar am Wasser und dem eigenen Schiffsanlegeplatz dokumentiert der Speicher anschaulich, was die Halbinsel Stralau für die Ansiedlung von Industrie attraktiv machte: die Verkehrsanbindung über den Wasserweg.


(1) Vgl. BusB 1896, Bd. 1, S. 639 f.

Literatur:

  • BusB II/III 1896 / Seite 640
  • Rach: Dörfer, 1988 / Seite 214-215
  • Topographie Friedrichshain, 1996

Kontakt

Juliane Stamm
Landesdenkmalamt Berlin
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