Denkmaldatenbank

Rittergut Düppel

Obj.-Dok.-Nr. 09075995
Bezirk Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil Zehlendorf
Adressen Königsweg 49, 50, 51, 53, 55
Denkmalart Ensemble
Sachbegriff Gutshof

Das ehemalige Rittergut Düppel, Königsweg 49/55, 50, liegt im Zentrum des Gebietes, dessen Grenzen im Westen und Nordwesten durch die Clauertstraße und die Lindenthaler Allee angezeigt sind; im Norden sind dies die Potsdamer Chaussee, im Osten die Wannseebahn sowie die alte Potsdamer Stammbahn im Süden. Der alte Gutsbereich erstreckt sich auf beiden Seiten des Königswegs. In seiner wechselvollen Geschichte kam es auf dem Gelände häufig zu baulichen Veränderungen.

Der Berliner Salz- und Holzschiffahrtsdirektor Bensch nannte seinen Besitz 1838 "Vorwerk Neu-Zehlendorf", verkaufte diesen 1856 jedoch wieder. Nach einer kurzen Zwischenperiode erwarb Prinz Friedrich Carl von Preußen das Gut, und nachdem er sich im Krieg gegen Dänemark ausgezeichnet hatte, wurde es 1865 in den Stand eines Rittergutes versetzt. Als Kavallerist richtete Friedrich Carl ein Gestüt auf dem Gelände ein, sozusagen der Ursprung der heutigen Veterinärärztlichen Fakultät.

Später nutzte der nationalsozialistische Staat Lage und Tradition des Geländes aus, um hier die SS-Reichs-Reiterführer-Schule einzurichten. Die Reitanlage befindet sich direkt westlich des Gutes bzw. der neuen Universitätsgebäude. Sie liegt vollkommen im Grünen; der Blick auf den fernen, im Osten liegenden Turm der Pauluskirche läßt den Betrachter dörfliche Idylle spüren. Baumgruppen und angelegte "natürliche" Hindernisse prägen heute noch die Atmosphäre des Reitgeländes.

Nach dem zweiten Weltkrieg ging das Gelände in das Vermögen der Freien Universität über und verdrängte seit etwa 1970 mit Institutsneubauten den Großteil des alten Gutes.

Literatur:

  • Kaak, Heinrich: Gut Düppel, in: Geschichtslandschaft, Zehlendorf, 1992 / Seite 60-79
  • Topographie Zehlendorf/Zehlendorf, 1995 / Seite 282ff.

Kontakt

Juliane Stamm
Landesdenkmalamt Berlin
Redaktion Denkmalinformationssystem

Verkehrsanbindungen