Denkmaldatenbank

Wohnhaus Bismarckstraße 63

Obj.-Dok.-Nr. 09075531
Bezirk Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil Wannsee
Adressen Bismarckstraße 63
Denkmalart Baudenkmal
Sachbegriff Wohnhaus
Datierung 1926-1927
Entwurf Bunikowski, Viktor (Architekt)
Ausführung Schnebel, Otto C. (Bauunternehmer)
Bauherr Grössler, Siegfried

Das Wohnhaus Bismarckstraße 63 wurde 1926-27 von Viktor Bunikowski für den Juristen Dr. Grössler erbaut. Es ist ein typisches Beispiel für die künstlerische Handschrift des überwiegend in Nikolassee und Wannsee tätigen Architekten. Ein im Grunde konventioneller, klassisch blockartiger Baukörper mit achsensymmetrischer Fassade, Sprossenfenstern und überkragendem Walmdach erhält durch die feine Detailausbildung im Formenspiel der 1920er Jahre seine individuelle Prägung. (1) Kennzeichnend ist die Kontrastwirkung von weißen und roten Bauteilen: Im Erdgeschoss stehen weiße Glattputzflächen neben rotbunten Klinkergewänden an Fenstern und Haustür -umgekehrt kontrastieren im Obergeschoss rotbunte Klinkerflächen mit weißen Holzrahmen und Klappläden. Das Obergeschoss wirkt durch einen Kunstgriff niedriger als das Erdgeschoss, denn es ist leicht eingezogen, durch ein feines Ziegelgesims unterhalb und ein breites konkaves Dachgesims knapp oberhalb der Fenster abgesetzt und dadurch horizontal betont. Das durch Aufschieblinge schwungvolle, weit überstehende Walmdach, eine breit gestreckte flache Dachgaube, das konkave Dachgesims, ein vierfach gestuftes Backsteinportal mit Liegefigur als Bekrönung und eine Eingangstür mit Rautenkassetten verleihen dem Gebäude leicht expressionistische Züge. An der schlichteren, zu den Bahngleisen gelegenen Rückseite erstreckt sich ein Wintergarten, dem im Rahmen der letzten Instandsetzung eine Freitreppe zum Garten vorgebaut wurde. Im Inneren des Hauses setzt sich die Symmetrie der Straßenfassade anhand einer dreiachsigen Einteilung fort. Von der mittigen Diele mit dreiläufiger Treppe erschließen sich durch hohe Flügeltüren die Wohnräume. Die ursprünglich im Souterrain liegende Küche wurde 2006 unter Erhalt des Speiseaufzuges ins Erdgeschoss verlegt.


1) Viktor Bunikowski, geb. 1889 in Berlin, Bauten in: Nikolassee (Alemannenstraße 14, 15, Lohengrinstraße 1/1A, Nibelungenstraße 18/19 und 21, Prinz Friedrich-Leopold-Straße 7), in Spandau (Sacrower Kirchweg 65) und in Zehlendorf (Schönower Straße 4).

Literatur:

  • Topographie Zehlendorf/Wannsee, 2013 / Seite 153

Kontakt

Juliane Stamm
Landesdenkmalamt Berlin
Redaktion Denkmalinformationssystem

Verkehrsanbindungen