Denkmaldatenbank

Wohnhaus Bismarckstraße 48

Obj.-Dok.-Nr. 09075530
Bezirk Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil Wannsee
Adressen Bismarckstraße 48
Denkmalart Baudenkmal
Sachbegriff Wohnhaus
Datierung 1907-1908
Entwurf Stahn, Otto (Architekt)
Bauherr Hasse, Hans (Fabrikbesitzer & Ingenieur)
Ausführung H. Mertens und Sohn

Zur ältesten Bebauung des Gebietes gehört das Wohnhaus Bismarckstraße 48. Es wurde 1907-08 von Otto Stahn für den Ingenieur und Fabrikbesitzer Hans Hasse in Hanglage hoch über dem kleinen Wannsee gebaut. Von der Straße liegt es weit zurück hinter einer Einfriedung aus Werkstein mit blickdichtem Zaun. Im Vorgarten ist das kleine Hühnerhaus von 1911 erhalten, was zum malerischen Eindruck des Anwesens beiträgt. Die asymmetrische Straßenfassade des Wohnhauses wird von einem giebelständigen Eingangsrisalit mit weitem Dachüberstand auf Knaggen und Krüppelwalm geprägt. Die Haustür liegt rechts in einer Rundbogennische, links daneben bildet der überdachte Fenstererker der Bibliothek einen reizvollen Blickfang. Die geschnitzten Blütengebinde auf den Holzpfosten von Fenstererker und Haustür zeigen zurückhaltenden Jugendstildekor. Otto Stahn präsentierte sich mit seinem Entwurf seinerzeit baukünstlerisch aktuell, indem er ein aus zwei sich durchdringenden Baukörpern bestehendes Gebäude mit mächtigem Mansarddach schuf, die Fassaden asymmetrisch mit Vor- und Rücksprung gestaltete sowie Erker, Sprossenfenster, Holzklappläden und ausladende Holzverschalungen an den Giebeln als weitere Elemente des Landhausstils einfügte. Gleichwohl stellen der an der Rückseite als Geschoss ausgebildete Gebäudesockel und das innere Raumgefüge das Gebäude formal noch an die Grenze zwischen Villa und Landhaus. Prägend für das - in den 1950er Jahren neu verputzte und im Rahmen einer Grundinstandsetzung 1999 hell gestrichene - Gebäude sind die breiten Knickschweifgiebel mit Krüppelwalm an den Vorsprüngen von Vorder- und Gartenfront. Dazwischen liegt der Hauptbaukörper mit seinem in roten Biberschwanzziegeln gedeckten Mansarddach. Anklänge an Jugendstil und Landhausstil gibt es auch im Inneren, wo eine mittig liegende holzgetäfelte Diele mit Freitreppe zum Obergeschoss die anliegenden Räume erschließt. Eine wertvolle Besonderheit stellen die bauzeitlichen bunten Bleiglasfenster dar. In der Bibliothek sind neben einem Lesenden eine Eule und ein Adler abgebildet, während die kleinformatigen Bilder im Treppenhaus unter anderem historische Segelschiffe und eine märkische Seenlandschaft mit Segelboot zeigen.

Literatur:

  • Topographie Zehlendorf/Wannsee, 2013 / Seite 151

Kontakt

Juliane Stamm
Landesdenkmalamt Berlin
Redaktion Denkmalinformationssystem

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