Denkmaldatenbank
Wohnkomplex mit Transformatorenstation
| 09075019 | |
| Bezirk | Mitte |
| Ortsteil | Mitte |
| Adressen | Französische Straße 27A, 27B, 27C, 27D, 28, 29 Jägerstraße 56 Markgrafenstraße 39, 40, 41 |
| Denkmalart | Baudenkmal |
| Sachbegriff | Wohnanlage & Wohn- und Geschäftshaus & Transformatorenstation |
| Datierung | 1985-1987 |
| Entwurf | Prasser, Manfred & Borner, Matthias (Architekt) |
| Bauherr | Baudirektion Berlin des Ministeriums für Bauwesen (Ministerium) |
| Ausführung | VEB Bau- und Montagekombinat Ingenieurhochbau Berlin & VEB Stuck und Naturstein & VEB Innenprojekt Halle |
Der Wohnkomplex Markgrafenstraße 39-41, Ecke Französische Straße und Jägerstraße liegt am Gendarmenmarkt gegenüber des Französischen Domes in prominenter städtebaulicher Lage. Bereits 1976 war die Entscheidung zum Wiederaufbau des kriegszerstörten Platzes gefasst, der Bau des platzrahmenden Bereiches im Nordosten erfolgte schließlich 1985-87 nach einem Entwurf von Manfred Prasser und Matthias Borner.
Das zusammengehörige Gebäude aus angepassten Elementen der Wohnungsbauserie 70 (WBS 70) erzeugt durch wechselnde Fassadengestaltungen und Höhen an der Straßenseite den Eindruck dreier Einzelbauten. Gliederung, Proportion und einzelne Gestaltungselemente sind der Architektur der Jahrhundertwende entlehnt, ohne dass die Erkennbarkeit der seriellen Vorfertigung aufgegeben wurde. Die Fassaden im Hof hingegen differenzieren die einzelnen Baukörper nicht und entsprechen mit ihrer Wiederholung gleicher Großtafeln weitgehend dem gewohnten Erscheinungsbild des seriellen Wohnungsbaus.
An der Ecke zur Jägerstraße war mit dem "Französischen Hof" ein nobles Restaurant im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss untergebracht. Geschwungene Deckenöffnungen, barockisierende Treppen und Stuckaturen zeugen vom gehobenen Niveau des Lokals, das sich auch baulich darstellen sollte.
Im Rahmen des Wiederaufbaus der rahmenden Bebauung des Gendarmenmarktes entstanden zudem an der Westseite des Platzes das Internat der Akademie für Gesellschaftswissenschaften (Charlottenstraße 52) und das Otto-Nuschke-Haus als Parteisitz des Hauptvorstandes der CDU (Charlottenstraße 53-54), sowie im Süden das Domhotel (Anton-Wilhelm-Amo-Straße 30). In vergleichbarer Gestaltungsauffassung, aber mit hoher Varianz der Detailformen und unterschiedlichen Konstruktionsweisen verdeutlichen sie die herausgehobene Stellung, die der Wiederaufbau der Platzanlage in der späten DDR besaß.
Literatur:
- Behr, Adalbert: Bauen in Berlin. 1973 bis 1987, Leipzig 1987 / Seite .
- Gißke, Ehrhardt: Bauen - mein Leben, Berlin 1987 / Seite .
- Urban, Florian: Berlin/DDR - neo-historisch. Geschichte aus Fertigteilen, Berlin 2007
Kontakt
Juliane Stamm
Landesdenkmalamt Berlin
Redaktion Denkmalinformationssystem
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