Denkmaldatenbank

Ehem. Königliche Seehandlung, Preußische Staatsbank

Obj.-Dok.-Nr. 09075003,T
Bezirk Mitte
Ortsteil Mitte
Adressen Markgrafenstraße 38

Taubenstraße 27, 28, 29

Jägerstraße 21, 22, 23
Denkmalart Gesamtanlage
Sachbegriff Bankhaus

Die östliche Platzwand des Gendarmenmarktes wird vom Hauptgebäude der ehemaligen Preußischen Staatsbank (Seehandlung), Markgrafenstraße 38, geprägt. Die "Seehandlungs-Societät" war 1772 unter Friedrich dem Großen als staatliches Handelsunternehmen gegründet worden, 1820 bekam sie den Status eines selbständigen Geld- und Handelsinstituts, das nur dem König verpflichtet war und für deren Verbindlichkeiten der Staat garantierte. Die Bank avancierte zum größten Geldinstitut in Berlin und finanzierte zu wesentlichen Teilen den Ausbau des preußischen Eisenbahnnetzes. (1) In den Gebäuden der Staatsbank hatte die Akademie der Wissenschaften der DDR ihren Sitz.

Das heutige Erscheinungsbild des 1901-03 von Paul Kieschke anstelle eines barocken Vorgängerbaus errichteten repräsentativen Neubaus geht auf eine Umgestaltung in den Jahren 1938-40, vermutlich nach Plänen des Ministerialrats Schindowski, zurück. (2) Die neobarocken Schmuckelemente des Gebäudes, eine Merkurstatue an der Gebäudeecke sowie die rundbogigen Giebel über den Eckrisaliten, wurden im Zusammenhang mit der nationalsozialistischen Neugestaltung des Gendarmenmarktes entfernt. (3) Die geplante Vereinheitlichung mit der Werksteinfassade des 1936-39 von Hubert Lütcke errichteten Erweiterungsbaus Jägerstraße 22-23 kam nicht mehr zur Ausführung.

Für ihren steigenden Platzbedarf hatte die Staatsbank Anfang des Jahrhunderts Altbauten in der Taubenstraße erworben. Von dem 1923 angekauften und 1924-26 nach Plänen von Beckmann umgestalteten Geschäftshaus Taubenstraße 29 sind noch die beiden östlichen Achsen der expressionistischen Klinkerfassade erhalten. Das seit 1908 von der Bank genutzte Geschäftshaus Taubenstraße 27-28 wurde 1938 von Baurat Lütcke umgebaut und um ein Vollgeschoss aufgestockt. Die weitgehend erhaltene neoklassizistische Werksteinfassade mit ihrer typischen Geschäftshausgliederung stammt aus der Bauzeit um 1905. Die kriegszerstörte Blockecke Markgrafen- und Taubenstraße ist seit 1998 durch ein Bürohaus geschlossen.


(1) Seit 1904 unter der Bezeichnung "Königliche Seehandlung" geführt, erhielt sie nach dem Ersten Weltkrieg den Namen "Preußische Staatsbank" (Seehandlung). 1947 mußte sie ihre Geschäftstätigkeit aufgeben und wurde 1983 formell aufgelöst. Teile des Vermögens wurden in die 1983 gegründete "Stiftung Preußische Seehandlung" überführt.

(2) Vgl. Popitz 1939, S. 834.

(3) Vgl. Schäche 1991, S. 227ff.

Literatur:

  • BusB IX 1971 / Seite 220, 242, 247
  • Bau- und Kunstdenkmale Berlin I, Berlin 1983 / Seite 212
  • Schäche, Architektur, 1991 / Seite 230 ff.
  • Deutsche Bauzeitung 38 (1904) / Seite 375
  • Zentralblatt der Bauverwaltung 25 (1905) / Seite 829-834
  • Popitz/ Erweiterungsbau der Preußischen Staatsbank in
    Zentralblatt der Bauverwaltung 59 (1939) / Seite 324
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003

Teilobjekt Jägerstraße 21 Markgrafenstraße 38

Teil-Nr. 09075003,T,001
Datierung 1901-1903
Umbau 1938-1940
Entwurf Kieschke, Paul (Architekt)
Adressen Jägerstraße 21

Markgrafenstraße 38

Literatur:

  • 75 Jahre Berliner Börsenzeitung, Festschrift, Berlin 1930 / Seite S. III 1.

Teilobjekt Jägerstraße 22 & 23

Teil-Nr. 09075003,T,002
Datierung 1936-1939
Entwurf Lütcke, Hubert (Baurat)
Ausführung Wessel, F. & Wessel, H.
Adressen Jägerstraße 22, 23

Literatur:

  • Popitz/ Erweiterungsbau der Preußischen Staatsbank in
    Zentralblatt der Bauverwaltung 59 (1939) / Seite 829 ff.

Teilobjekt Taubenstraße 27 & 28

Teil-Nr. 09075003,T,003
Datierung um 1900
Umbau 1938
Entwurf Lütcke, Hubert (Baurat)
?
Adressen Taubenstraße 27, 28

Literatur:

  • Popitz/ Erweiterungsbau der Preußischen Staatsbank in
    Zentralblatt der Bauverwaltung 59 (1939) / Seite S. 832 f

Teilobjekt Taubenstraße 29

Teil-Nr. 09075003,T,004
Datierung 1924-1926
Umbau 1938-1939
Entwurf Beckmann (Baurat)
Entwurf Lütcke, Hubert
?
Adressen Taubenstraße 29

Literatur:

  • Popitz/ Erweiterungsbau der Preußischen Staatsbank in
    Zentralblatt der Bauverwaltung 59 (1939) / Seite S. 832 ff.

Kontakt

Juliane Stamm
Landesdenkmalamt Berlin
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