Denkmaldatenbank
Zentrale Tierlaboratorien der Freien Universität (ZTL)
| 09070102 | |
| Bezirk | Steglitz-Zehlendorf |
| Ortsteil | Lichterfelde |
| Adressen | Krahmerstraße 6 |
| Denkmalart | Baudenkmal |
| Sachbegriff | Hochschulgebäude & Forschungseinrichtung & Laborgebäude |
| Datierung | 1971-1982 |
| Entwurf | Hänska, Gerd & Hänska, Magdalena & Schmersow, Kurt (Architekt) |
| Bauherr | Senator für Bau- und Wohnungswesen |
Die Zentralen Tierlaboratorien der Freien Universität in der Krahmerstraße 6 wurden nach Entwürfen von Gerd und Magdalena Hänska nach zehnjähriger Bauzeit 1981 fertiggestellt. In engem funktionalem Zusammenhang mit dem benachbarten Institut für Hygiene und Mikrobiologie errichtet, sind beide Bauten herausragende Beispiele einer in Sichtbeton ausgeführten Architektur der 1960er und 1970er Jahre. Der organischen Architektursprache des Instituts stehen dabei die geböschten Wände, blauen Lüftungsrohre und spitzwinkligen Formen der Betonfertigteile des sogenannten "Mäusebunkers" gegenüber.
Der parallel zum Teltowkanal stehende lange Baukörper ist zur nördlich vorgelagerten Terrasse zweifach abgetreppt. Seine aus Betonfertigteilen bestehenden Außenwände sind rundum nach innen geneigt, nur an der Südseite ist ein gerader Wandabschluss für eine ehemals vorgesehene Erweiterung vorhanden. Neben der Materialität bestimmen verdachte Fenster und Eingänge, Lichtgauben und haustechnische Anlagen das Erscheinungsbild des Bauwerks. Besonders die tetraederförmigen Gauben unterstützen seine zeichenhafte Gestalt.
Der Bau eines Institutsgebäudes zur Zucht und für Experimente an Tieren war in dieser Größenordnung ohne Vorgänger. Die anspruchsvollen technischen Anforderungen der Bauaufgabe bedingten die Gestalt des Entwurfs, wurden aber auch bewusst betont, so dass der Eindruck einer riesenhaften Maschine erweckt wird. Insbesondere die Dachaufbauten und die aus dem Bau ragenden Rohre für die Frischluftzufuhr der Klimaanlage unterstützen diesen Charakter. Der Aufbau des Gebäudes folgte seiner speziellen Nutzung. Verschiedene Sauberkeitsbereiche waren farblich markiert und durch Schleusen streng voneinader getrennt. Nutzungs- und Technikgeschosse sind vollständig separiert und von außen unabhängig erschlossen.
Literatur:
- Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin (Hg.): Berlin und seine Bauten, Teil V, Bd. B, Hochschulen, Petersberg 2004 / Seite 119f., 298
- Buttlar, Adrian von; Wittmann-Englert, Kerstin; Dolff-Bonekämper, Gabi (Hg.): Baukunst der Nachkriegsmoderne, Berlin 2013 / Seite 150f.
- Elser, Oliver; Kurz, Philip; Cachola Schmal, Peter (Hg.): SOS-Brutalismus. Eine internationale Bestandsaufnahme, Zürich 2017 / Seite 474f.
- Gaede; Peter-Matthias: Ein Platz für viele Tiere; in: Geo, 11, 1984 / Seite 149f.
- Jaeger, Falk: Bauen in Deutschland. Ein Führer durch die Architektur des 20. Jahrhunderts in der Bundesrepublik und in West-Berlin, Stuttgart 1985 / Seite 48
- Kleihues, Josef Paul; Becker-Schwering, Jan Gerd; Kahlfeldt, Paul (Hg.): Bauen in Berlin 1900-2000, Berlin 2000 / Seite 318
- Rave, Rolf; Knöfel, Hans-Joachim; Rave, Rolf: Bauen der 70er Jahre in Berlin, Berlin 1981 / Seite .
- Schilling, Martina (Hg.): Freie Universität Berlin - Ein Architekturführer zu den Hochschulbauten, Berlin 2011 / Seite 189f.
Kontakt
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