Denkmaldatenbank

Dreifaltigkeitskirche

Obj.-Dok.-Nr. 09070027
Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil Friedrichshain
Adressen Böcklinstraße 7, 8
Denkmalart Gesamtanlage
Sachbegriff Kirche & Pfarrhaus
Datierung 1912-1915
Entwurf Frydag, Wilhelm J. (Architekt)
Ausführung Eckhardt, Karl (Maurermeister)
Bauherr Katholische Gemeinde St. Mauritius

Die Dreifaltigkeitskirche und das Pfarrhaus, Böcklinstraße 7-8, wurden 1913-15 nach Plänen von Wilhelm J. Frydag gebaut und in eine geschlossene Blockbebauung integriert. Um den Sakralbau unterhalten zu können, ließ die Gemeinde kein separates Pfarrhaus errichteten, sondern integrierte Pfarrerwohnung und Gemeindeverwaltung in ein Mietshaus. Auch auf dem Hof wurde ein weiteres Mietshaus gebaut. Für beide Parzellen lagen von privaten Bauherren bereits 1909 baureife Pläne für Mietshäuser mit Seiten- und Querflügeln vor, welche jedoch nicht zur Ausführung kamen. Mit monumentaler Turmgestalt, die an mächtige romanische Westwerke erinnert, behauptet sich der Kirchenbau in der Silhouette des Wühlischplatzes. Ursprünglich trat er in Konkurrenz zu der den Platz beherrschenden Dreiflügelanlage der gegenüberliegenden Gemeindeschule. (1)

Im Gegensatz zum Nachfolgebau, der Max-Kreutziger-Oberschule, bildete der Hauptflügel die östliche Platzwand. Die sich an der Romanik orientierende Turmfront der Kirche sollte zunächst mit großen Natursteinquadern gestaltet werden. Ihre Gestaltung als Putzfassade während der Kriegsjahre 1914-15 läßt kriegsbedingte Einschränkungen vermuten. (2) Im Februar 1945 durch Bombentreffer schwer beschädigt, konnte die Kirche unter der Leitung des Architekten Josef Zeh und tätiger Mithilfe engagierter Mitglieder der Gemeinde bereits 1947-48 in vereinfachter Form wiederhergestellt werden. Das Kircheninnere erhielt nach Entwürfen von Alfons Bittner 1968 seine gegenwärtige Fassung. 1974 wurde der Granitaltar aufgestellt.


(1) Entgegen den Angaben aus BusB V C war sie dem Straubeplan zufolge bereits 1905 im Bau und vor 1910 fertiggestellt. Sie wurde im Krieg zerstört. An ihrer Stelle steht heute die Max-Kreutziger-Schule. Vgl. Stein 1912, S. 7, 72, 148.

(2) Vgl. 1915-1990, 75 Jahre Katholische Dreifaltigkeitskirche.

Literatur:

  • Bau- und Kunstdenkmale Berlin I, Berlin 1983 / Seite 460-461
  • 1915-1990. 75 Jahre Katholische Dreifaltigkeitsgemeinde, Berlin 1990 Topographie Friedrichshain, 1996 / Seite 196

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Juliane Stamm
Landesdenkmalamt Berlin
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