Denkmaldatenbank

Beamtenwohnsiedlung Helenenhof

Obj.-Dok.-Nr. 09070026
Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil Friedrichshain
Adressen Helenenhof 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8

Gryphiusstraße 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8

Holteistraße 28, 29, 30, 31, 33

Simplonstraße 41, 43, 45, 47, 49, 51

Sonntagstraße 17, 18, 19, 19A, 20, 20A, 21, 21A, 22
Denkmalart Gesamtanlage
Sachbegriff Siedlung
Entwurf ab 1903
Datierung 1904-1906
Entwurf Köhn, Erich (Architekt)
Bauherr Beamten-Wohnungs-Verein Berlin (Baugenossenschaft)
Ausführung Georg Saeger (Baugeschäft)

Der 1900 gegründete Beamten-Wohnungs-Verein zu Berlin kaufte 1903 das zur Landgemeinde Boxhagen-Rummelsburg gehörende Grundstück der heutigen Siedlung Helenenhof 1-8, Sonntagstraße 17-22, Gryphiusstraße 1-8, Holteistraße 28-33, Simplonstraße 41/51 vom Fiskus zu günstigen Bedingungen. Mit dem Projekt wurde die Besiedlung des Gebietes südlich der ehemaligen Kolonie Boxhagen und des noch bestehenden Vorwerkes maßgeblich vorangetrieben. Der Verein reagierte damit auf den Druck kinderreicher Beamtenfamilien der unteren Gehaltsstufen, die die stärkste Mitgliederfraktion bildeten. Noch im selben Jahr entwarf Postbausekretär und Mitbegründer Erich Köhn die aus 442 Wohneinheiten und 4 Läden bestehende Wohnanlage "Lichtenberg", die das Baugeschäft Georg Saeger 1904-1905 bzw. 1904-1906 in zwei Abschnitten realisierte. Erich Köhn hatte hier wie auch für die früheren Projekte Berlin C und Berlin N, Charlottenburg oder Dahlem I. und II. die Reformansätze von Alfred Messel, u.a. realisiert in der Wohnanlage Proskauer Straße und in der Weißbachsiedlung, aufgegriffen.

Köhn konzipierte, erstmalig für Wohnanlagen des Beamtenwohnungsvereins, eine zentrale Grünanlage entlang eines Privatweges und gruppierte die Wohnungen der beiden Wohnblöcke um drei bzw. vier begrünte Innenhöfe. Dadurch erreichte er eine günstige Belichtung und Belüftung der Wohnungen. (...)

Die Wohnungen der als Mittelflügel angelegten Blockinnenbebauung ließen eine Querlüftung zu. Köhn verbesserte die Wohnqualität auch, indem er die sonst nur straßenseitig übliche Austrittmöglichkeiten über Balkone mit in die Hofgestaltung einbezog. Durch Balkone, Erker, Loggien und Fensterbreiten, die über das gewohnte Maß hinausgingen, öffnete Köhn die Fassaden; mit Risaliten und variierenden Firsthöhen schuf er die komplexe Kubatur der Wohnanlage. Die an der Simplonstraße während des Zweiten Weltkrieges stark beschädigten Teile der Wohnanlage wurden vereinfacht wiederhergestellt. (1)


(1) Vgl. Festschrift; B.W.V.

Literatur:

  • Dehio, Berlin und Potsdam, 1983 / Seite 80
  • Bau- und Kunstdenkmale Berlin I, Berlin 1983 / Seite 468
  • B.M.W., Beamten-Wohnungs-Verein zu Berlin, eingetragene Baugenossenschaft mbH. 1900-1910, Berlin 1910Festschrift zum 50jährigen Bestehen des Beamten-Wohnungs-Vereins zu Berlin, 1950Baumeister, Architekten, Stadtplaner, 1987 / Seite 632
  • Topographie Friedrichshain, 1996 / Seite 79f., 194-196

Kontakt

Juliane Stamm
Landesdenkmalamt Berlin
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