Denkmaldatenbank
Kriegsgefangenenlager Stammlager III D (STALAG III D) mit Lager für Wachmannschaften und Verlade- und Werksgelände der Reichsbahn
| 09070021,T | |
| Bezirk | Steglitz-Zehlendorf |
| Ortsteil | Lichterfelde |
| Adressen | Landweg 1, 3, 5, 5A, 5B, 5C, 5D, 5E, 7, 7A, 7B, 7C, 9, 11, 11A, 11B, 13, 13A, 13B, 13C, 13D, 13E,13F, 15, 15A, 15B, 15C Osdorfer Straße 58, 59, 60 Réaumurstraße 17, 19, 21, 23, 25, 27, 27A, 27B, 27C, 27D, 27E, 29, 31, 33, 35, 35A, 37, 39, 39A |
| Denkmalart | Gesamtanlage |
| Sachbegriff | Gefangenenlager & Mannschaftsgebäude & Verladestation & Betriebshof |
| Datierung | 1939-1944 |
| Bauherr | Reichsbahndirektion |
Auf dem Gelände zwischen Landweg, Réaumurstraße und Osdorfer Straße sind Reste des Kriegsgefangenenlagers Stammlager (Stalag) III D Lichterfelde-Süd erhalten. Ursprünglich 1938 als Unterkunftslager für tschechische Arbeitskräfte der Reichsbahn errichtet, sollten die Arbeiter für den Bau eines Reichsbahn-Ausbesserungswerkes eingesetzt werden. Dieses sollte Teil eines am Standort geplanten Verkehrsknotens werden, der einen Güteraußenring, den 4. Ring der Autobahn sowie S-Bahnstrecken umfassen sollte und Teil des Umbaus Berlins zur "Welthauptstadt Germania" war.
Der Kriegsbeginn führte nicht nur zu einer vorläufigen Einstellung der Bauarbeiten der Reichsbahn, sondern auch zum Umbau des Unterkunftslagers in ein Kriegsgefangenenlager. Dafür wurden die Baracken umzäunt und das Lager der Wehrkreisverwaltung III übergeben. Das Lager wurde Teil des räumlich verteilten Stalag III D, das im Kern aus einer Verwaltung in Kreuzberg, dem Lager Lichterfelde-Süd und einem weiteren Lager in Falkensee bestand.
Das Kriegsgefangenenlager Lichterfelde-Süd diente dabei insbesondere für französische Kriegsgefangene als Durchgangs- und Sammelstation auf dem Weg zu den Arbeitskommandos auf Berliner Stadtgebiet. Der Lagerkomplex bestand aus den mit Stacheldraht und Wachtürmen umgebenen Sammelunterkünften, einem westlich anschließenden Gelände, das vermutlich als Lager für Wachmannschaften diente und wiederum westlich davon einem Gelände der Reichsbahn. Zerstörungen durch Luftangriffe führten bereits während des Krieges zu Erneuerungen von Gebäuden. Zur Verringerung der Brandgefahr wurden dabei die vormals aus Holz ausgeführten Baracken beim Wiederaufbau massiv errichtet. Durch die nach 1945 einsetzende Nachnutzung und Abrisse ist heute ein heterogener und fragmentarischer Baubestand überliefert.
Literatur:
- Bellanger Claude; Debouzy, Roger: La Presse des Barbelés, Paris 1951, D. 171 / Seite .
- Buggeln/Pagenstecher: Zwangsarbeit / Seite .
- Geppert, Daniela; Pannen, Anne: Italienische Militärangehörige im Kriegsgefangenenlager der Reichshauptstadt, in: Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide (Hrsg.): Zwischen allen Stühlen. Die Geschichte der Italienischen Militärinternierte / Seite 52-61
- Hammermann, Gabriele: Zwangsarbeit für den "Verbündeten". Die Arbeits- und Lebensbedingungen der italienischen Militärinternierten in Deutschland 1943 - 1945, Tübingen 2002 / Seite 471
- Riding, Alan: And the Show went on. Cultural Life in Nazi-Occupied Paris, New York 2011 / Seite 97
- Mattiello/Vogt: Deutsche Kriegsgefangenen- und Internierteneinrichtungen 1939-1945 / Seite .
- Petschnigg, Edith: "The Spirit of comradeship". Britische Kriegsgefangene in der Steiermark 1941 bis 1945, in: Günter Bischof, Stefan Karner, Barbara Stelzl-Marx (Hrsg.), Kriegsgefangene des Zweiten Weltkrieges, Wien/München 2005 / Seite 421-457
- Vourkoutiotts, Vasilis: Prisoners of War and the German High Command. The British and American Experience, New York 2003 / Seite 32
- Perret, Jacques: Le caporal épinglé, Paris 1978 / Seite 461f.
Teilobjekt Unterkunftsbaracke
| Teil-Nr. | 09070021,T,001 |
|---|---|
| Sachbegriff | Baracke |
| Adressen | Landweg 5A |
Teilobjekt Einheitsmassivbaracke
| Teil-Nr. | 09070021,T,002 |
|---|---|
| Sachbegriff | Baracke |
| Adressen | Réaumurstraße 27D |
Teilobjekt Fundamente von Wachtürmen
| Teil-Nr. | 09070021,T,003 |
|---|---|
| Sachbegriff | Fundament & Wachturm |
| Adressen | Osdorfer Straße & Landweg |
Kontakt
Juliane Stamm
Landesdenkmalamt Berlin
Redaktion Denkmalinformationssystem
- Tel.: (030) 90259-3653
- Fax: (030) 90259-3700
- E-Mail juliane.stamm@lda.berlin.de
Verkehrsanbindungen
-
U-Bahn
-
Bus
-
Jüdenstr.
- 248
- 300
-
Nikolaiviertel
- N8
- N40
- N60
- N65
-
Jüdenstr.