Denkmaldatenbank
Institut für Hygiene und Mikrobiologie
| 09070020 | |
| Bezirk | Steglitz-Zehlendorf |
| Ortsteil | Lichterfelde |
| Adressen | Hindenburgdamm 27 Krahmerstraße |
| Denkmalart | Gesamtanlage |
| Sachbegriff | Forschungseinrichtung |
| Datierung | 1969-1974 |
| Entwurf | Fehling, Hermann & Gogel, Daniel (Architekt) |
| Bauherr | Land Berlin & Freie Universität Berlin |
Das Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Freien Universität Berlin am Hindenburgdamm 27 bildet mit dem benachbarten Klinikum Steglitz (1961-68) und den Zentralen Tierlaboratorien (1971-81) eine Gruppe von Forschungs- und Gesundheitsbauten, die miteinander in einem engen funktionalen und räumlichen Zusammenhang stehen. Das 1969-74 nach einem Entwurf der Architekten Hermann Fehling und Daniel Gogel erbaute Gebäude gehört zu den herausragenden Beispielen einer in Sichtbeton ausgeführten Architektur der 1960er und 1970er Jahre und wurde bereits zur Bauzeit international wahrgenommen.
Das Institut für Hygiene und Mikrobiologie vereinte die universitäre Forschung und Lehre. Um den reinen Lehrbetrieb von der Arbeit mit hochinfektiösen Stoffen zu trennen, wurde das Gebäude in die zwei Bereiche aufgeteilt. Im Westen befanden sich die Lehreinrichtungen, im Osten die Forschungsbereiche.
Das Rückgrat des Gebäudes bildet ein vom Hindenburgdamm zum Teltowkanal bis auf fünf Geschosse ansteigender Riegel, der mit seiner Stirnwand zum Dorfkern ausgerichtet ist und im Osten zum Klinikum verschwenkt. An den Riegel wurden im Westen die fächerförmigen Baukörper mit dem Hör- und Kurssaal sowie ein eingeschossiger Bürotrakt angefügt. Im Osten schwingen die Tierversuchsräume und die Nährbodenküche des Forschungsbereichs aus der Gebäudekontur. Das durch die angefügten Baukörper und die skulptural ausgeformten Erschließungs- und Lüftungstürme lebhaft gegliederte Gebäude liegt parallel zur Krahmerstraße, der es sich mit einem Vorplatz und einer über zwei Geschosse geöffneten Verbindung zum Lichterfelder Schloßpark zuwendet.
Die Architekten schöpften beim Entwurf in hohem Maße aus der Freiheit, die der Werkstoff Beton ihnen bot. Die skulpturale Gebäudeform steht in ihrer organischen und geschwungenen Ausbildung in der Nachfolge Hans Scharouns und bildet damit einen Kontrast zu den ebenfalls in Sichtbeton ausgebildeten Zentralen Tierlaboratorien mit ihren geböschten Wänden, schweren Betonfertigteilen und den vorgestreckten Lüftungsrohren.
Die in der Zeit charakteristische Faszination für die ästhetischen Qualitäten rohen und groben Betons erfährt hier eine der Bauaufgabe angemessene Abwandlung, indem die Architekten durch präzise Schalung und exakte Verarbeitung ein 'hygienisches' Erscheinungsbild des Werkstoffes erzielten.
Literatur:
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- Rave, Rolf; Knöfel, Hans-Joachim; Rave, Jan: Bauen der 70er Jahre in Berlin, Berlin 1981, Nr. 319 / Seite .
- Wörner, Martin; Mollenschatt, Doris; Hüter, Karl-Heinz; Sigel, Paul: Architekturführer Berlin, Berlin 2001, Nr. 740 / Seite .
- Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Pressestelle: Institut für Hygiene und Mikrobiologie unter Denkmalschutz, Pressemitteilung, 20.01.2021
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Juliane Stamm
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