Denkmaldatenbank

S-Bahnhof Yorckstraße

Obj.-Dok.-Nr. 09066748
Bezirk Tempelhof-Schöneberg
Ortsteil Schöneberg
Adressen Yorckstraße
Denkmalart Baudenkmal
Sachbegriff Bahnhof (S)
Datierung 1902-1903
Entwurf Cornelius, Karl

Der S-Bahnhof Yorckstraße, Yorckstraße 56 B, wurde 1902-03 nach Entwurf von Karl Cornelius, Regierungsbaumeister bei der Preußischen Eisenbahndirektion Berlin, als Haltestelle der Vorortbahn nach Lichterfelde-Ost ausgeführt. (1) Das an der südlichen Straßenseite gelegene Empfangsgebäude, ein ehemals stattlicher Backsteinbau in Formen der Märkischen Backsteingotik, ist nach Kriegsschäden im Äußeren stark vereinfacht wiederaufgebaut worden: Dachaufbauten, Giebel und Baudekor sind verloren, der erhaltene Rest des Gebäudes ist hinter einer Kratzputzfassade verborgen. Im Inneren wurden jedoch die ursprünglichen Treppen und Gänge sowie einige Ausstattungsdetails wie Fliesenfußboden oder Wandoberflächen erhalten. Eine besondere historische Bedeutung erlangte der Bahnhof als einer der ersten Haltepunkte an der 1903 eingerichteten Versuchsstrecke für elektrisch betriebene Züge. Dieser Probebetrieb mit 550 Volt Gleichstrom war die entscheidende Grundlage für die in den 1920er Jahren durchgeführte Elektrifizierung des gesamten Berliner S-Bahnnetzes. Darüber hinaus ist der Bahnhof Yorckstraße heute - nach dem Abriss des Bahnhofs Papestraße für den Bau des Fernbahnhofs Südkreuz - die älteste erhaltene S-Bahnstation im Bereich der Schöneberger Insel.


(1) BusB X B (2), S. 63, 166; Zentralblatt der Bauverwaltung (29) 1909, S. 418 f.; Schmidt/Tomisch 1985, S. 56 ff. (Bis 1909 Yorkstraße geschrieben.) Karl Cornelius (1868-1938) baute u.a. auch die S-Bahnhöfe Grunewald, Tegel, Wittenau, Lichterfelde-Ost sowie den Wasserturm am Ostkreuz.

Literatur:

  • BusB X B 1 1979 / Seite 166
  • Schmidt, Tomisch/ Vorortstrecke nach Zossen, 1985 / Seite 26ff.
  • Landesdenkmalamt Berlin (Hrsg.): Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Bezirk Tempelhof-Schöneberg, Ortsteil Schöneberg, Petersberg 2018 / Seite S. 284

Kontakt

Juliane Stamm
Landesdenkmalamt Berlin
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