Denkmaldatenbank

Conrad-Villa 7

Obj.-Dok.-Nr. 09065345
Bezirk Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil Wannsee
Adressen Am Kleinen Wannsee 25

Heidestraße 1
Denkmalart Baudenkmal
Sachbegriff Landhaus
Datierung 1876
Umbau 1994
Entwurf Schild, Heinz (Architekt)

Die 1876 nach Entwurf von Heinz Schild erbaute Conrad-Villa Nr. 7, Am Kleinen Wannsee 25/Ecke Heidestraße, lag einst am Rande des Heide-Parks. Sie gehört zu der Gruppe von 14 Sommervillen, die der Koloniegründer Wilhelm Conrad zwischen 1871 und 1876 als Musterhäuser für Kaufinteressenten bauen ließ. (1) Das Wohnhaus prägt aufgrund seiner Ecklage und seiner architektonischen Gestaltung das Straßenbild. Es ist eine typische norddeutsche Vorstadtvilla aus den 1870er Jahren: trauf- und giebelständige Bauteile, zwei Stockwerke über einem Sockelvollgeschoss, flach geneigte, Schiefer gedeckte Satteldächer mit weitem Dachüberstand. Die gelben Backsteinfassaden sind sparsam durch Gesimsbänder aus vorstehenden Steinen horizontal gegliedert. Der Bauschmuck ist dezent: Unterhalb des Konsolgebälks verläuft ein schmückendes Mäanderband aus dunklen Steinen, das Souterrain ist durch ein Putzgesims abgesetzt. Dekorative Putzfelder, teilweise mit Stuckelementen, rahmen die Fenster und heben kontrastreich Bauteile hervor, wobei das Formenrepertoire der Neorenaissance mit Aedikula, Rundbogen, Dreiecksgiebel und Beschlagwerk Anwendung fand. Später hinzugefügte Bauteile - ein Zimmer über dem Haupteingang, ein Wintergarten und ein raumgreifender Anbau im Souterrain - sind in Putz gehalten, wodurch die ursprüngliche Form der Villa ablesbar blieb. Auch der Grundriss entspricht dem typischen Schema der kleinen Vorstadtvilla, wie sie in Berlin und Norddeutschland in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts üblich war: drei Stuben pro Etage, Küche, Waschküche und Nebengelass im Sockel- bzw. Souterraingeschoss. Kleinere bauliche Veränderungen, die im Laufe des 20. Jahrhunderts vorgenommen wurden, konnten 1994 bei der Modernisierung und Neuordnung zum Mehrfamilienhaus unter Achtung der prägenden Originalsubstanz behutsam rückgebaut werden. Unter den fünf erhaltenen Conrad-Villen nimmt die Villa Nr. 7 eine besondere Stellung ein, da sie als einzige noch ein anschauliches Zeugnis für die ursprüngliche Gestaltung der Sommerhäuser von Heinz Schild darstellt.


1) Heinisch/Schumacher 1988, S. 175; Bauakten Am Kleinen Wannsee 25, Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf, Bau- und Wohnungsaufsicht. Die Conrad-Villa Nr. 5, Am Kleinen Wannsee 13, Ecke Wickenhagenweg, wurde abgebrochen, der herausragende Garten mit einer Wohnanlage überbaut. Vgl. Heinisch/Schumacher 1988, S. 171 ff.

Literatur:

  • Situationsplan 1883 (Original im Landesarchiv) / Seite 83
  • Topographie Zehlendorf/Wannsee, 2013 / Seite 171 ff, 175
  • Heinisch/Schumacher: Colonie Alsen, Berlin 1988

Kontakt

Juliane Stamm
Landesdenkmalamt Berlin
Redaktion Denkmalinformationssystem

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