Denkmaldatenbank
Garten des Wohnhauses Schillerstraße 10
09045999 | |
Bezirk | Steglitz-Zehlendorf |
Ortsteil | Zehlendorf |
Adressen | Schillerstraße 10 Klopstockstraße |
Denkmalart | Gartendenkmal |
Sachbegriff | Landhausgarten |
Datierung | 1911-1912 |
Umbau | 1922 |
Entwurf | Körting, Berthold (Gartenarchitekt) |
Bauherr | Springer jr., Julius (Verlagsbuchhändler) |
Entwurf & Ausführung | Eisenlohr und Pfennig (Architektensozietät) |
Das überdurchschnittlich hohe architektonische Niveau in diesem Bereich der Villenkolonie komplettiert das Landhaus Schillerstraße 10. Es folgt ebenfalls der landhausartigen Bebauung. Neu und in dieser Form wohl einzigartig ist seine süddeutsche Provenienz. 1911-12 realisierten die beiden Stuttgarter Architekten Eisenlohr & Pfennig dieses aufwendige Landhaus für den Verlagsbuchhändler Julius Springer jr. Bis auf die Einfriedung, von der nur Mauerwerksteile erhalten sind, befindet sich die gesamte bauliche Anlage im wesentlichen noch in ihrem ursprünglichen Zustand. Mit den Erkern, kleinteiligen Fenstern und Kaminen sowie einem kräftig ausladenden und alles übergreifenden Dach bestätigen die Architekten die Anregungen aus England. Das Haus ist ein Beispiel dafür, daß - neben Muthesius - auch die über die süddeutsche Schule geführte Rezeption des englischen Landhauses qualitätvoll angewandt wurde. Zudem ist es das einzig bekannte Werk der beiden bedeutenden süddeutschen Architekten in Berlin.
Die weitgehend erhaltene Gartenanlage spiegelt zwei Phasen wider. Zum einen wird der architektonische Landhausgarten aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg u.a. durch die Terrasse, die meisten Wege, die Einfriedungsmauer sowie einen bemerkenswerten Großbaumbestand dokumentiert, zum anderen stammt ein terrassierter, architektonisch gefaßter Steingarten auf einer ehemaligen Rasenfläche vor der Terrasse von 1922. Berthold Körting, ein Freund von Karl Foerster, entwarf die Anlage aus Kalkstein und Ziegelmauerwerk mit mehreren unterschiedlich liefen Terrassen und Wasserbecken. Besonders interessant war die üppige Verwendung zahlreicher Steingarten-, Sumpf- und Wasserpflanzen, die zur Umsetzung des damals weit verbreiteten Steingartenthemas beitrugen. Einige Pflanzen aus dieser Zeit sind ebenfalls bis heute erhalten. Stellte bereits die Erstanlage ein bedeutendes Beispiel für die Einheit von Haus und Garten dar, so wurden durch die Umgestaltung Berthold Körtings Gestaltungsprinzipien der 20er Jahre in herausragender Qualität in die Anlage integriert.
Literatur:
- BusB IV C 1975 / Seite 119f. & 334f.
- Blätter für Architektur und Kunsthandwerk 27 (1914) / Seite 46, T. 117, 118
- Gartenschönheit 3 (1922) / Seite 201-203
- Gartenschönheit 7 (1926) / Seite 197-201
- Gartenkunst 43 (1930) / Seite 178-181
- Moderne Bauformen 13 (1914) / Seite 517-525
- Die Baugilde 12 (1930) / Seite 613
- Topographie Zehlendorf/Zehlendorf, 1995 / Seite 150f.
- Privatgärten in Berlin, Petersberg 2005 / Seite 256
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Landesdenkmalamt Berlin
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