Denkmaldatenbank

Britische Siedlung - Typenhaussiedlung

Obj.-Dok.-Nr. 09040504
Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf
Ortsteil Westend
Adressen Heerstraße
113, 113A, 115, 117, 119, 121, 123, 125, 127, 129

Kiplingweg
4, 6, 7, 8, 10, 12, 13, 14, 15, 16, 18, 19, 20, 21, 22, 24, 25, 26, 27, 28, 30, 32, 34

Kranzallee 40, 42, 44, 46, 48, 50, 52, 54
Denkmalart Gesamtanlage
Sachbegriff Siedlung
Datierung 1958
Entwurf Ullrich, Rudolf & Gellhorn, Alfred & Lottermoser, Leo (Architekt)
Bauherr Britische Militärregierung

Für Angehörige der Militärregierung wurden nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges im britischen Sektor mehrere Siedlungen errichtet, so auch entlang der Heerstraße. Noch heute zeugt die bis zur Kranzallee ausgedehnte ehemalige Britische Offizierssiedlung an der Heerstraße 113/129 von der Teilung Berlins nach Kriegsende in vier Verwaltungssektoren und der Anwesenheit britischer Alliierter. (1) Für die in zwei Bauabschnitten 1958 und 1960 (2) erbaute Siedlung wurde der Kiplingweg als interne Erschließung neu angelegt. Zur Gestaltung standen drei unterschiedliche Typenhausentwürfe zweigeschossiger Satteldachbauten zur Verfügung, die trotz variierender Größe und Grundrisslösungen über sich wiederholende Elemente eine einheitliche Wirkung der Siedlung erzielen. So sind ihrem Äußeren hell gefärbte Kieselkratzputze, ziegelverblendete Sockel, dunkle Holzfenster und rote Dachpfannen gemein. Im Norden entlang der Heerstraße stehen zehn Einfamilienwohnhäuser vom Typ III für Stabsoffiziere. Rudolf Ullrich entwarf hierfür einen großzügigen, mehr als 150 Quadratmeter umfassenden Grundriss mit acht Zimmern. (3) Gleichzeitig mit sechs Gebäuden an der Heerstraße entstanden 1958 für Offiziere die Doppelwohnhäuser vom Typ V an Kranzallee und Kiplingweg nach Entwurf von Alfred Gellhorn. Mit einer Fläche von fast 120 Quadratmetern und sechs Zimmern fallen die Wohnungen etwas kleiner aus als die der Stabsoffiziere. (4) 1960 folgten schließlich vier Doppelwohnhäuser vom Typ IV, die Leo Lottermoser mit etwa 90 Quadratmetern und fünf Zimmern deutlich bescheidener gestaltete. (5) Allen Gebäuden sind Nebengelasse auf den Grundstücken zugeordnet. Das übergreifende gärtnerische Konzept von Reinhold Besserer integrierte mehrere Eichenbäume, die um Neupflanzungen ergänzt wurden. Um die Wohnhäuser, deren lichte Erdgeschossräume über Fenstertüren direkt an die Gärten anbinden, wurden Wiesenflächen angelegt, die entlang der Grundstückgrenzen eine verdichtete Bepflanzung intim gegen die Nachbarn abschirmt. Zugehörig sind auch mehrere Reihengaragen am Kiplingweg, die bereits 1958 erbaut und 1960 erweitert wurden. (6)


(1) Bauakten BWA-Charlottenburg, Heerstraße 113, Band 1, Heerstraße 113-129 und Kiplingweg 4-34, Band 1; Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin, Stadt und Bezirk Charlottenburg, bearb. von Irmgard Wirth, Text- u. Tafelband, Berlin 1961, S. 464; Nitsch, Ute: Charlottenburg-Wilmersdorf von A bis Z, Ein Lexikon, hrsg. v. Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, Berlin 2003, S. 37.

(2) 1958 wurden die Einfamilienwohnhäuser Heerstraße 119/121, 123/125, 127/129 und die Doppelwohnhäuser Kiplingweg 12/14, 13/15, 16/18, 19/21, 20/22, 24/26, 25/27 und Kranzallee 40/42, 44/46, 48/50 sowie 52/54 erbaut. 1960 folgten die Einfamilienwohnhäuser Heerstraße 113/113A, 115/117 und die Doppelwohnhäuser Kiplingweg 4/6, 8/10, 28/30 sowie 32/34.

(3) Bauakte BWA-Charlottenburg, Heerstraße 113-129, Band 1, fol. 23-31.

(4) Bauakte BWA-Charlottenburg, Heerstraße 113-129, Band 1, fol. 32-38.

(5) Bauakte BWA-Charlottenburg, Kiplingweg 4-34, Band 1, fol. 3-8.

(6) Bauakte BWA-Charlottenburg, Heerstraße 113-129, Band 1, fol. 39 und Kiplingweg 4-34, Band 1, fol. 9.

Literatur:

  • BusB IV B 1974 / Seite 634

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Juliane Stamm
Landesdenkmalamt Berlin
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