Denkmaldatenbank
Charlottenburg I
09040488 | |
Bezirk | Charlottenburg-Wilmersdorf |
Ortsteil | Charlottenburg |
Adressen | Fritschestraße 71, 72, 73 Kaiser-Friedrich-Straße 21, 22, 23 Zillestraße 97, 99, 101, 103 |
Denkmalart | Gesamtanlage |
Sachbegriff | Wohnanlage |
Datierung | 1905-1906 |
Entwurf | Köhn, Erich (Architekt) |
Entwurf | Rahn, Alfred (Architekt) |
Ausführung | Südbau Bauausführungen GmbH (Baugeschäft) |
Bauherr | Beamten-Wohnungs-Verein zu Berlin |
Die erste Wohnanlage des Beamten-Wohnungs-Verein in Charlottenburg war die Wohnhausgruppe Charlottenburg I, Fritschestraße 71-73 u.a., die 1905-06 nach Entwurf von Erich Köhn ausgeführt wurde. (1) Anders als bei der wenig später von Paul Mebes errichteten Anlage am Horstweg sind die Häuser hier in zwei lang gestreckten, geschlossenen Blöcken jeweils um einen etwa zehn Meter breiten Wirtschaftshof zwischen Kaiser-Friedrich-Straße und Fritschestraße so angeordnet, dass sie einen zur Zillestraße offenen, knapp 20 Meter breiten Gartenhof einfassen. Dadurch sind alle Wohnungen in Ost-West-Richtung mit ihren Hauptwohnräumen entweder zur Straße oder zum Gartenhof orientiert, mit den Nebenräumen zu den internen Wirtschaftshöfen. Durch die Lage der Treppenhäuser in den Gebäudeecken wurden Berliner Zimmer vermieden. Die Fassaden sind durch ein variantenreiches Spiel mit Vor- und Rücksprüngen von Balkonen, Loggien, Erkern und Verdachungen strukturiert. Nur wenige Schmuckelemente im Stil des Bauens "Um 1800" verleihen den Häusern einen einheitlichen und künstlerisch anspruchsvollen Eindruck: Über einem Ziegelsockel sind sowohl das Erdgeschoss wie auch die Lisenen im Bereich der Fenster- und Erkerachsen an den oberen Geschossen mit Streifenputz betont. Balkon- und Loggienbrüstungen sind mit geometrischen Schmuckformen verziert, Eingangstüren und Erker mit barockisierenden Formen geschmückt. Die 180 Wohnungen mit zwei bis vier Zimmern verfügen alle über Küche, Bad, Kammer und Erker sowie über Balkon oder Loggia. Sie sind als Zwei- oder Dreispänner angelegt, mit nur kurzen Korridoren und über insgesamt 16 Aufgänge zu erreichen. Der Eckbau Kaiser-Friedrich-Straße 21/ Zillestraße 97 wurde nach Kriegszerstörung 1952-53 vereinfacht wieder hergestellt.
(1) Schmidt, Festschrift zum fünfzigjährigen Bestehen des BWV, Berlin 1950, S. 87; Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin, Stadt und Bezirk Charlottenburg, bearb. von Irmgard Wirth, Text- u. Tafelband, Berlin 1961, S. 430 f.; Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin (Hrsg.): Berlin und seine Bauten, Teil IV, Wohnungsbau, Bd. A, Die Voraussetzungen, Die Entwicklung der Wohngebiete, Berlin 1970, S. 249, Nr. 31; Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin (Hrsg.): Berlin und seine Bauten, Teil IV, Wohnungsbau, Bd. B, Die Wohngebäude, Mehrfamilienhäuser, Berlin-München-Düsseldorf 1974, S. 12 f., 209-211. Erich Köhn gehörte im Jahr 1900 zu den Gründungsmitgliedern der Genossenschaft und stand 1901-06 in deren Diensten; in dieser Zeit plante er gut ein halbes Dutzend solcher Großwohnanlagen, von denen der Helenenhof in Friedrichshain der bekannteste ist. Vgl. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Berlin, Bezirk Friedrichshain, Berlin 1996, S. 194-196.
Literatur:
- Inventar Charlottenburg, 1961 / Seite 430-431
- BusB IV B 1974 / Seite 12-13, 209-211, Obj. 670
- BusB IV A 1970 / Seite 249, Obj. 31 (hier 1904-06 datiert)
- Festschrift/ Schmidt, Festschrift zum fünfzigjährigen Bestehen des BWV, Berlin 1950 / Seite 70, 74, 87
Kontakt
Juliane Stamm
Landesdenkmalamt Berlin
Redaktion Denkmalinformationssystem
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