Denkmaldatenbank

Mietshaus Fontanepromenade 16, 17

Obj.-Dok.-Nr. 09031139
Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil Kreuzberg
Adressen Fontanepromenade 16, 17
Denkmalart Baudenkmal
Sachbegriff Mietshaus
Datierung 1911
Entwurf Emmingmann, Gerrit (Architekt)
Entwurf Schinkat, Franz (Architekt)
Bauherr Wand (Zimmermannsmeister)

1911 entstand das herrschaftliche Mietshaus Fontanepromenade 16-17, das heute als freistehendes Einzelgebäude die Westseite des Grünzugs beherrscht. Es sollte das erste Haus einer repräsentativen Blockrandbebauung sein, die an der Westseite der Fontanepromenade geplant war, jedoch nicht zur Ausführung kam. Während Franz Schinkat die Grundrisse gestaltete, entwarf der Architekt Gerrit Emmingmann die Fassade. Bei der Planung hatten die Architekten nicht nur den ungewöhnlichen dreieckigen Grundstückszuschnitt zu berücksichtigen, sondern auch eine gestalterisch ansprechende und in ihren Proportionen stimmige Gliederung für die immerhin etwa 50 Meter lange Straßenfront zu entwickeln. Bauschmuck sollte nur sparsam verwendet werden. Um dennoch zu einem lebhaften und spannungsvollen Wandaufbau zu gelangen, entschied man sich für eine asymmetrische Aufteilung der Fassade. Dabei sind Erker, Balkone und Loggien die vorrangigen Gliederungselemente. Ein runder und zwei leicht gebauchte Standerker schieben sich vor die Bauflucht und versehen das Gebäude mit einer markanten Fassadenabwicklung. Auch das Dach wurde mit seiner bewegten Kubatur in die Gesamtgestaltung einbezogen. Die zu beobachtende Zurückhaltung bei der Verwendung von Schmuckformen und die monochrome, materialhaft wirkende Farbgebung sind typisch für den gutbürgerlichen Wohnungsbau in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg. Gern verwendet wurden aber neoklassizistische Dekor- und Gliederungsformen. Das im Grundriss annähernd trapezförmige Gebäude umfasst ein Souterrain und fünf Vollgeschosse. Die Wohnungen waren großzügig zugeschnitten und verfügten über vier oder fünf Zimmer in gehobenem Ausstattungsstandard. Hinweise auf die besondere Wohnqualität sind der separate Dienstbotenaufgang, die Mädchenkammern und die bauliche Trennung von Bädern und Toiletten. 2001-05 wurde das Haus saniert und im Dachbereich ausgebaut.

Literatur:

  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 334 f.

Kontakt

Juliane Stamm
Landesdenkmalamt Berlin
Redaktion Denkmalinformationssystem

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