Denkmaldatenbank

Fabrikgelände der Schering AG

Obj.-Dok.-Nr. 09020771
Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf
Ortsteil Charlottenburg-Nord
Adressen Max-Dohrn-Straße 8, 10

Tegeler Weg 33
Denkmalart Ensemble
Sachbegriff Fabrikanlage
Datierung 1895, 1939, 1957-1958
Entwurf March, Otto & Fritsche, Gerhard (Architekt)
Entwurf Mebes und Emmerich (Architekt)

Zwischen dem Westhafenkanal und der S-Bahnstation Jungfernheide der Ringbahn liegt das frühere Fabrikgelände der Schering AG, Max-Dohrn-Straße 8/10. (1) Trotz der wechselvollen Geschichte der Charlottenburger Niederlassung und vieler Abbrüche sind einig historische Gebäude überliefert. Sie dokumentieren ein Stück Industriegeschichte der chemischen Industrie in Charlottenburg und Berlin. Im Zuge der ersten Randwanderung der Berliner Industrie aus der Stadtmitte entstand ab 1879 am alten Verlauf des Tegeler Wegs eine Zweigniederlassung der 1862 auf dem Wedding gegründeten Chemischen Fabrik auf Actien, vormals E. Schering. Das Unternhemen übernahm das Areal der chemischen Fabrik Dr. Curdes und erweiterte in den Folgejahren stetig die Produktionsanlagen nach Norden, wo damals noch nicht der 1954 eröffnete Westhafenkanal ein Hindernis bildete. Ursprünglich war der Standort nur als Ätherfabrik gedacht, doch Schering vereinigte in Charlottenburg nicht nur sämtliche Herstellungsbetriebe für technische Chemikalien, sondern es konzentrierten sich hier auch die bakteriologische und photographische Abteilung. In den 1920er Jahren wurden große Teile der Produktion in verkehrsmäßig günstiger gelegene Standorte verlagert, da ein Wasser- und Eisenbahnanschluss fehlte. In Charlottenburg verblieb die Bakteriologische Abteilung als Forschungsinstitut, die nach 1945 für einen mikrobiologischen Betrieb im großen Maßstab ausgebaut wurde. Durch den 1954 eröffneten Westhafenkanal und der Verlegung des Tegeler Weges nach Westen konzentrierte sich der Ausbau auf ein Werksgelände südlich des Kanals, das das Denkmalensemble umfasst. 1999 kam es zu einer Verlagerung auf den Weddinger Standort. Seit 2004 sind alle Gebäude Teil des Biotech-Gewerbeparks.


(1) Architekten-Verein zu Berlin u. Vereinigung Berliner Architekten (Hrsg.): Berlin und seine Bauten, Bd. I, Berlin 1896, S. 625-627; Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin, Stadt und Bezirk Charlottenburg, bearb. von Irmgard Wirth, Text- u. Tafelband, Berlin 1961, S. 636-638; Rimbach, Karl Ernst: 250 Jahre Charlottenburg, Berlin 1955, S. 126; Holländer, Hans: Geschichte der Schering Aktien-Gesellschaft, Berlin 1955; Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin (Hrsg.): Berlin und seine Bauten, Teil IX, Industriebauten - Bürohäuser, Berlin-München-Düsseldorf 1971, S. 111; Geschichtslandschaft Berlin, Orte und Ereignisse, Bd. 1, hrsg. v. Helmut Engel, Stefi Jersch-Wenzel, Wilhelm Treue, Charlottenburg, Teil 1, Die historische Stadt, Berlin 1986, S. 16-27; Hildebrand, Werner/Lemburg, Peter/Wewel, Jörg: Historische Bauwerke der Berliner Industrie (Beiträge zur Denkmalpflege in Berlin, hrsg. v. Senator für Stadtentwicklung und Umweltschutz, H. 1), Berlin 1988, S. 76.

Literatur:

  • Meyer: Paul Mebes, 1972 / Seite 226
  • Inventar Charlottenburg, 1961 / Seite 76f.
  • Hildebrand/ Lemburg /Wewel: Historische Bauwerke, 1988 / Seite 626-27
  • BusB I 1896 / Seite 16ff.
  • Geschichtslandschaft, Charlottenburg 1, 1986 / Seite .
  • Holländer: Geschichte der Schering AG, Berlin 1955
  • Kühne, Günther; Hamm, Manfred: Bauten einer Industrielandschaft, Berlin 1978

Kontakt

Juliane Stamm
Landesdenkmalamt Berlin
Redaktion Denkmalinformationssystem

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