Denkmaldatenbank

U-Bahnhof Tierpark (U 5)

Obj.-Dok.-Nr. 09020101
Bezirk Lichtenberg
Ortsteil Friedrichsfelde
Adressen Am Tierpark & U-Bhf. Tierpark
Denkmalart Baudenkmal
Sachbegriff Bahnhof (U)
Datierung 1969-1973
Entwurf Laux, Werner (Künstler)
Entwurf Feuerböther, Jürgen & Besser, Kurt (Ingenieur)
Entwurf Glaser-Lauermann, Dagmar (Künstlerin)
Ausführung VEB Kombinat Tiefbau Berlin (Verkehrsunternehmen)
Ausführung VEB Stuck und Naturstein
Bauherr VEB Kombinat Berliner Verkehrsbetriebe (BVB)

Der 1969-73 erbaute Station am Tierpark ist der einzige in der DDR errichtete unterirdische U-Bahnhof. Eine Verlängerung der ehemaligen U-Bahnlinie E (heute U5) war bereits in den 1920er Jahren projektiert worden. Mit der Eröffnung des Tierparks (1955), dem Bau des Hans-Loch-Viertels (1961-66) sowie dem geplanten naturwissenschaftlich-technischen Zentrum der Humboldt-Universität erhielt dieses Vorhaben Ende der 1960er Jahre eine erneute Aktualität.

Die künstlerische Gesamtleitung des Baus hatte Werner Laux, die Konstruktion des Rohbaukörpers unterlag Jürgen Feuerböther und Kurt Besser. Die Ausbildung mit Mittelbahnsteig, die Höhe der Bahnsteighalle und die vollflächige Verkleidung mit Fliesen orientieren sich an den bereits 1930 eröffneten U-Bahnhöfen der Linie, die Alfred Grenander entwarf.

Der 12 Meter breite Mittelbahnsteig wird durch zwei Stützenreihen gegliedert. Das aluminiumverkleidete Bahnaufsichtsgebäude ist aufgeständert und ermöglicht eine bessere Übersicht, sowie mehr Platz etwa für große Kindergruppen, die den Tierpark besuchen. Die Verbindung zum Tierpark wird durch ein auf den Tierpark bezogenes Wandmosaik von Dagmar Glaser-Lauermann (1973) sowie später eingebrachte Reliefs von Karl Blümel und Ulrich Jörke (1985/86) in der nördlichen Verteilerhalle betont. Von dort ist ein direkter Zugang zum Eingang des Tierparkes möglich, dessen Dach auch den Abgang zur U-Bahn mit überfasst. Der Südzugang wurde 1989 durch einen Tunnel zur Straßenbahn erweitert. Im Außenbereich markiert eine Stele mit dem Signet der U-Bahn die Station.

In der Spätzeit der DDR erfolgte eine oberirdische Verlängerung der Linie bis Hönow (Roland Korn, 1985-89), die beim Bau des U-Bahnhofes Tierpark bereits berücksichtigt worden war.

Literatur:

  • Bolduan, Dieter: U-Bahn fährt jetzt bis zum Bärenschaufenster, in: Neues Deutschland, 26. Juni 1973 / Seite 8
  • Feuerböther, Jürgen; Besser, Kurt: U-Bahn Berlin-Friedrichsfelde - Tierpark, in: Bauplanung und Bautechnik, 24. Jahrgang, Heft 6 (Juni 1970) / Seite 274-277
  • Gramzow, Siegfried: Verlängerung der U-Bahnlinie Berlin-Alexanderplatz - Berlin-Friedrichsfelde zum Tierpark, in: Berliner Verkehrsblätter, 1970, Nr. 11 / Seite 213-217
  • Heidicke, Manfred: Titel unbekannt (Meldung und Fotos zut Herstellung des Wandmosaiks von Dagmar Glaser-Lauermann), in: Berliner Zeitung, 10. Mai 1973 / Seite 6
  • Holm, Horst; Daebel, Gerhard; Diener, Hans-Jürgen: U-Bahn-Neubau Berlin-Friedrichsfelde, in: Bauplanung und Bautechnik, 1973, Heft 7 / Seite 326-330
  • Hans-Christian Kaiser, Bodo Nienerza: U-Bahn bis Elsterwerdaer Platz eröffnet, in: Verkehrsgeschichtliche Blätter (vb), 1988, Nr. 5 / Seite 98-105
  • Lemke, Ulrich: U-Bahnhof Tierpark, in: Berliner Verkehrsblätter, 1973, Nr. 7 / Seite 104-105
  • Gersdorff, Susanne: Eine Brigade und ihr Professor, in: Neues Deutschland, 24.02.1972

Kontakt

Juliane Stamm
Landesdenkmalamt Berlin
Redaktion Denkmalinformationssystem

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