Denkmaldatenbank
Pockenhaus der Charité
09011081 | |
Bezirk | Mitte |
Ortsteil | Mitte |
Adressen | Invalidenstraße 80 |
Denkmalart | Baudenkmal |
Sachbegriff | Krankenhaus |
Datierung | 1836-1837 |
Umbau | 1854 |
Entwurf | Hesse, Ludwig Ferdinand (?) (Architekt) |
Bauherr | Ministerium für geistliche, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten |
Das bedeutendste Gebäude der wenigen Bauten, die Georg Diestel in seinen Neubau der Charité integrierte, ist das so genannte "Pockenhaus", im nördlichen Teil des Geländes. Es ist das älteste erhaltene Gebäude des Charité-Krankenhauses. Es wurde 1836-37 noch außerhalb der Stadtmauer auf dem nördlichen zur Charité gehörenden Grundstücksstreifen parallel zur Invalidenstraße erbaut. Da die "Neue Charité" 1905 abgebrochen wurde, ist das ebenfalls in Formen des Rundbogenstils erbaute Pockenhaus das letzte Zeugnis diese Phase in der Krankenhausgeschichte. Die Pläne verfasste vermutlich, wie für die "Neue Charité" insgesamt, der Baumeister Ludwig Ferdinand Hesse. Der Rundbogenstil als Ausdruck der Suche nach einem zeitgemäßen Stil in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde von den Architekten und Baubeamten als angemessen für wichtige Nutzbauten der Zeit angesehen. Beabsichtigt war eine Synthese von Mittelalter- und Renaissanceformen. 1854 wurde das Pockenhaus zur gynäkologischen Station umgebaut und in das Gelände der Charité einbezogen, nachdem die Stadtmauer in nördliche Richtung verlegt worden war.
Auch die 1878 erbaute "Kombinierte Station" nordöstlich der Psychiatrischen und Nervenklinik und der 1883 nach Plänen von Karl Friedrich Zastrau errichtete Bau eines gynäkologischen Pavillons am Alexanderufer, der 1907 nördlich und südlich jeweils um einen Eckbau erweitert wurde, gehören zu den wenigen älteren Klinikbauten, die Diestel in seine Gesamtplanung einbezogen hat. Nach den Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg ist der gynäkologische Pavillon 1951-54 als Geschwulstklinik wieder aufgebaut worden und hat 1955-57 einen mit dem Altbau verbundenen Klinikneubau an der Invalidenstraße 80-83 erhalten. In die neue Geschwulstklinik wurde 1951 auch die 1924 erbaute geburtshilfliche Klinik an der Invalidenstraße 86 integriert.
Literatur:
- Wirth/ Luther/ Grosser: Zur Topographie und baulichen Entwicklung der Charité, in: Zeitschrift für die gesamte Hygiene 31 (1985) / Seite 15, Repräsentative Literaturauswahl
- Esse, C. H.: Geschichtliche Nachrichten über das Königliche Charité-Krankenhaus zu Berlin, 1850 / Seite 30, Repräsentative Literaturauswahl zum Pockenhaus
- Scheibe, O.: 200 Jahre Charité-Krankenhaus zu Berlin / Seite .
- Wille, F. C.: 200 Jahre "Entbindungsanstalt der Charité", zugleich ein Beitrag zur Geschichte der Geburtshilfe in Berlin, 1927 / Seite .
- Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 610
Kontakt
Juliane Stamm
Landesdenkmalamt Berlin
Redaktion Denkmalinformationssystem
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